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Sechs Fragen an Jörn Wunderlich

Im Wortlaut von Jörn Wunderlich,

41 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, üben ihr Mandat bereits seit 2005 oder länger aus. Woran können sie anknüpfen? Wie wollen sie ihre Arbeit fortsetzen? Was wollen sie anders machen? linksfraktion.de fragt nach.


Jörn Wunderlich, 49 Jahre, Familienrichter a.D. aus Sachsen

Welche Erfahrung, welches Ergebnis oder Ereignis hat Sie in den zurückliegenden vier Jahren besonders darin bestärkt, dass sich ihre Arbeit lohnt?

Ich will für mich festhalten, das es sich trotz vielschichtiger Probleme lohnt, auch aus kritischer Opposition heraus, sich in die Politik einzumischen, vor allem aber, sie zu ändern. Es macht mich nach wie vor wütend, wenn ich immer wieder erleben muss, dass sich die etablierten Parteien mit all ihren sozialen »Grausamkeiten« für alternativlos halten.
Umso erfreulicher war für mich, das ich mit meinen Erfahrungen aus meiner Zeit als Familienrichter erfolgreich bei den Reformdiskussionen zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG - Reformgesetz), Scheidungsrecht, Unterhaltsrecht und Unterhaltsvorschussgesetz, Gesetz zur Änderung des Zugewinnausgleichs- und Vormundschaftsrecht mitgewirkt habe und sich Ideen der Fraktion DIE LINKE in den Anträgen der Koalition wiederfanden.

Neue Wahlperiode, alte Kanzlerin: Mit welchen Erwartungen gehen Sie als Abgeordneter in die kommenden vier Jahre?

Ich bin gespannt, wie die Schwarz-Gelbe Regierung die Diskussion zur Familienpolitik weiterführen wird und wie sich die SPD dazu in der Opposition verhält. Für die eigene Fraktion hoffe ich auf einen Qualitätszuwachs in der Fraktionsarbeit und damit eine weitere Stärkung der LINKEN in Deutschland.

Was wollen Sie im Bundestag anders oder besser machen als bisher?

Ich will nach wie vor die Lobby derjenigen vertreten, die von diesem Staat ständig benachteiligt werden, die keine Chancen haben. Dabei suche ich die Unterstützung von Menschen, die sich aktiv in die Lösung der komplizierten Aufgaben einbringen wollen.

DIE LINKE ist jetzt mit 76 Abgeordneten im Bundestag vertreten - 23 mehr als bislang. Was wird sich in der neuen Fraktion und für Sie als eines ihrer Mitglieder verändern?

Die Frage ist interessant - womöglich werden die Fraktionssitzungen länger.

Warum ist Opposition nicht Mist?

Regiert wird überall. Opposition ist für mich ein Zeichen für Demokratie.

Wie können Sie als Abgeordneter dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst noch mehr für ihre Interessen streiten?

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, mehr Transparenz und Öffentlichkeit für LINKE Politik und die Arbeit der Fraktion im Bundestag in allen Medien zu erreichen. Bevor jemand streiten kann und will, braucht er Informationen und Klarheit über Themen und Entscheidungsprozesse.

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