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Sechs Fragen an Harald Weinberg

Im Wortlaut,

35 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, sind neu gewählte Mitglieder des Parlaments. Welche Erwartungen haben sie? Was haben sie vor? linksfraktion.de fragt nach.


Harald Weinberg, 52, Bildungsberater aus Bayern

Sie sind jetzt Volksvertreter. Wie wollen Sie die Interessen der Menschen vertreten?

Schon als Gewerkschafter habe ich mich weniger als Vertreter von Interessen, sondern eher als Anstifter zum Selberdenken und -handeln verstanden. Diese Linie behalte ich bei. Allerdings sehe ich es als meine Aufgabe, denen, die unter der neoliberalen Politik zu leiden haben, und denen, die sich dagegen wehren, im politischen Raum eine Stimme zu geben.

Wie wollen Sie konkret den Widerstand gegen Sozialabbau und Krieg stärken?

Indem wir die Proteste, die es in den künftig sich verschärfenden politischen und sozialen Konflikten zweifellos geben wird, im Parlament hörbar und sichtbar machen und ihnen eine politische Stimme geben.

Welche persönlichen Erfahrungen können Ihnen den Start als Parlamentarier erleichtern?

Ich bringe die Erfahrung von 35 Jahren politischer Arbeit in vielen verschiedenen Zusammenhängen mit, in der Friedensbewegung, der Anti-AKW-Bewegung, in Hochschule, Betrieb und Gewerkschaft. Hinzu kommen 30 Jahre Gewerkschaftsmitgliedschaft sowie in Summe 25 Jahre Parteizugehörigkeit zu SPD, WASG, LINKE.

Was würden Sie in Ihrer ersten Bundestagrede der Kanzlerin gern einmal sagen?

Dass sie keinen blassen Schimmer hat vom Ausmaß der wirklichen Armut in diesem Land und von den tatsächlichen Zuständen in den Betrieben und Dienststellen.

Wie wollen Sie sich davor schützen, im Raumschiff Bundestag die Bodenhaftung zu verlieren?

Ich hoffe, dass einige gute Freundinnen und Freunde und auch meine Familie mich wieder auf den Boden der Realität zurückbringen, sollte ich tatsächlich abheben.

Alle Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE spenden bisher Ihre Diätenerhöhung. Wofür wollen Sie sich persönlich besonders engagieren?

Ich bin seit Jahren Mitglied eines Vereins, der ein Kinderheim im bosnischen Kulen Vakov unterhält. Dort wird eine enorm wichtige Arbeit für Säuglinge und Kleinkinder gemacht. Das wäre ein Projekt, das ich gerne unterstützen würde. Ein anderes wäre die "Tafel für Kinder" in Fürth. Es ist für mich erschütternd mitzubekommen, dass es in unserem reichen Land Kinder gibt, die sich nicht satt essen können.

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