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Sechs Fragen an Alexander Süßmair

Im Wortlaut von Alexander Süßmair,

35 der 76 Abgeordneten, die DIE LINKE im 17. Bundestag stellt, sind neu gewählte Mitglieder des Parlaments. Welche Erwartungen haben sie? Was haben sie vor? linksfraktion.de fragt nach.


Alexander Süßmair, 32, Chemielaborant aus Bayern

Sie sind jetzt Volksvertreter. Wie wollen Sie die Interessen der Menschen vertreten?

Ich will vor allem eine gute und engagierte Arbeit im Bundestag leisten und mich für die Interessen der sozial Schwachen und Benachteiligten einsetzten. Ich will eine gute Oppositionsarbeit erbringen und die Arbeit und Vorgehensweisen der Regierung von CDU/CSU und FDP transparent machen und kritisch beobachten.
Außerdem will ich für die Menschen immer ansprechbar sein, um Wünsche, Anregungen oder Fragen ins Parlament zu tragen.

Wie wollen Sie konkret den Widerstand gegen Sozialabbau und Krieg stärken?

Wir müssen einen möglichst großen Druck von Links gegen die Regierung aufbauen. Mit einer starken innerparlamentarischen Arbeit und der Zusammenarbeit mit den außerparlamentarischen Gruppen. Als Abgeordneter habe ich nun mehr Möglichkeiten, vor Ort zu wirken, und kann mich nun stärker bei Aktionen und Bündnissen einbringen, um die Menschen zu mobilisieren.

Welche persönlichen Erfahrungen können Ihnen den Start als Parlamentarier erleichtern?

Ich mache nun seit 13 Jahren politische Arbeit in einer Partei. Da habe ich einiges gelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Vor allem die Arbeit als Stadtrat, die ich seit anderthalb Jahren ausübe, wird mir im Bundestag nützlich sein. Es ist natürlich nicht das Gleiche, aber einige Abläufe und Strukturen sind doch ähnlich. Das wird mir den Start erleichtern.

Was würden Sie in ihrer ersten Bundestagrede der Kanzlerin gern einmal sagen?

Sie soll nicht so tun, als ob sie über allem schwebe und mit der unsozialen Politik der letzten Regierung nichts zu tun hatte. Von ihren Versprechungen zum Klimaschutz ist wenig übrig geblieben. Und auch die Hoffnungen vieler Frauen in Deutschland, dass sich mit einer Kanzlerin ihre Situation in unserem Land verbessern würde, haben sich nicht erfüllt.

Wie wollen Sie sich davor schützen, im Raumschiff Bundestag die Bodenhaftung zu verlieren?

Es haben sich bereits mehrere Freundinnen und Freunde von mir gemeldet, die auf mich aufpassen wollen, damit ich nicht abhebe. Und auch unter meinen Genossinnen und Genossen vor Ort, gibt es bereits mehrere »Beauftragte für Realitätssinn und Bodenhaftung« Die werden mich schon im Auge haben. Da mach ich mir keine Sorgen.

Alle Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE spenden bisher ihre Diätenerhöhung. Wofür wollen Sie sich persönlich besonders engagieren?

Da muss ich mir erst Gedanken machen. Bisher habe ich den größten Teil meiner Freizeit und finanziellen Mittel in die Parteiarbeit gesteckt. Nun muss ich mich erst einmal umsehen, welche Projekte oder Organisation ich nun speziell unterstützen könnte.

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