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Schwarz-gelbe Rolle rückwärts

Nachricht von Katrin Kunert,

Gestern wurde im Sportausschuss des Deutschen Bundestages auf Antrag von CDU, CSU und FDP, gegen die Stimmen der Opposition beschlossen, dass der Ausschuss künftig nicht mehr öffentlich tagen wird. Dazu erklärt Katrin Kunert, für DIE LINKE Mitglied im Sportausschuss:

"Diese Nachricht ereilte mich gestern telefonisch, da ich leider krankheitsbedingt nicht bei dieser Sitzung anwesend sein konnte. Der Beschluss ruft bei mir Entsetzen hervor. Zum einen wird damit eine Tradition abrupt beendet, die bereits in der letzten Legislaturperiode so praktiziert wurde. Zum anderen denke ich, dass diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt ein falsches Signal ist. Es ist erst wenige Wochen her, als wir im Sportausschuss - öffentlich - über das Thema Korruption diskutiert haben. Von allen Seiten wurde betont, dass Transparenz ein effektives Mittel dagegen ist. Nun macht ausgerechnet der Sportausschuss auf Initiative der Koalitionsfraktionen eine Rolle rückwärts.

Sich bei der Begründung des Antrags auf die schlechte Presse zu stützen, finde ich grotesk. Als Parlamentarier muss man sicherlich hier und da auch zu Unrecht einstecken und sollte sich eine dickere Haut zulegen. Aber im Grunde sollte man diese öffentlichen Beurteilungen zum Anlass nehmen, um seine Arbeitsweise zu hinterfragen und es beim nächsten Mal einfach besser machen.

Ich bin froh, dass SPD, Grüne und DIE LINKE geschlossen dagegen gestimmt haben, wenngleich sie den Beschluss aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht verhindern konnte.

Für die Zukunft hoffe ich, dass diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht wird - vielleicht, wenn der Ärger über die öffentliche Kritik auf Seiten der Koalition etwas verflogen ist. Anträge, um die Öffentlichkeit wieder herzustellen, werde ich unterstützen. Der Sportausschuss hat auch die Funktion, dem Sport eine Plattform zu geben, damit dessen Bedeutung und positiven Auswirkungen auch in die Gesellschaft getragen werden können. Ein nichtöffentlicher Sportausschuss ist vergleichbar mit einem Geisterspiel im Fußball – keiner hat etwas davon."