Schließen

Skip to main content

Schulessen: Kein Kind darf vor leerem Teller sitzen

Nachricht von Karin Binder,

Essen in der Schule: Kinder mit ihrem Lehrer                          Foto: istockphoto.com/SolStock

 

Nur die Hälfte der Kinder in Ganztagsschulen nimmt am Schulessen teil. Fünf Millionen Kinder und Jugendliche nutzen ein Ganztagesangebot in Schulen, Horteinrichtungen und Kitas. Sie alle brauchen auch ein gutes Mittagessen. Kinder aus Familien mit kleinem Geldbeutel sitzen vor leeren Tellern und Eltern sollen die Mensaausstattung bezahlen. Das ist der Verpflegungsalltag in Deutschland. Es gibt noch viele Baustellen. So ist selbst bei Schulneubauten oft Küche und Mensa nicht ausreichend berücksichtigt. Auch wird nicht immer sichergestellt, dass alle Kinder am Essen teilnehmen können. Karin Binder, verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, stellt beim Fachgespräch "Bausteine für gutes Schul- und Kitaessen" am Montag klar, dass der Bund sich in Sachen Schul- und Kitaessen nicht aus der Verantwortung stehlen darf.

Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) fordere zwar Ernährung als Schulfach. Er sorge aber nicht dafür, dass alle Kinder satt werden. "Der Ernährungsminister muss endlich sicherstellen, dass kein Kind vor einem leeren Teller sitzen muss", sagte Karin Binder. Der Bund soll daher eine hochwertige und gebührenfreie Essensversorgung für alle Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindertageseinrichtungen sicherstellen. Das kann er durch die Übernahme der Kosten im Rahmen der Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen sowie für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen im Rahmen der öffentlichen Fürsorge bewirken. Außerdem muss er die Finanzierung der Vernetzungsstellen Schulverpflegung, die Träger und Schulen kompetent beraten, endlich sicherstellen.

In Sachen Gemeinschaftsverpflegung hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Qualitätsstandards und Ausschreibungen sind jedoch nach wie vor uneinheitlich und nicht zufriedenstellend. Schulträgern und Behörden fehlt es an Geld, Fachleuten und geeigneten Räumen. Kinder und Jugendliche werden oftmals nicht einbezogen.

Die Anbieter von Schul- und Kitaessen müssen mit knapp kalkulierten Kosten wirtschaften – zuzüglich Mehrwertsteuer. Auch die Träger, Schulen und Kitas müssen investieren, um eine gute Verpflegung möglich zu machen. Hohe Anforderungen an Lebensmittelhygiene, Qualität und Abwechslung müssen erfüllt werden. Auch besondere gesundheitliche und kulturelle Anforderungen wollen berücksichtigt sein.

Das Fachgespräch konnte dazu beitragen, Bausteine für eine hochwertige und abwechslungsreiche Schul- und Kitaverpflegung zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen in eine Bundesprogramm Kita- und Schulverpflegung einfließen, das die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag jetzt auf den Weg bringen wird.

linksfraktion.de, 25. Januar 2016

Auch interessant