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Sandsäcke im Schichtdienst

Im Wortlaut von Jörn Wunderlich,


Zwickauer Mulde bei Wilkau-Haßlau: Das Bauschild kündigt eine Hochwasserschutzmauer an. "Immerhin, die bitteren Erfahrungen von 2002 lassen die Sächsische Staatsregierung zumindest planen. In den vergangenen 11 Jahren ist nicht viel passiert und die Menschen saufen wieder ab, soviel zu Schwarz-Gelb", meint Jörn Wunderlich.

 

 

Von Jörn Wunderlich, Abgeordneter aus Sachsen





Das Schock-Wochenende ist vorbei, die Lage bleibt aufgrund der Pegelstände weiter kritisch. Wo am Freitagnachmittag noch Straßen befahrbar waren, ging am Samstag nichts mehr. Im Kreis Zwickau war praktisch das gesamte Straßennetz nicht mehr nutzbar. Sämtliche Feuerwehren, das THW und die Polizei waren im Dauereinsatz. So wurden im Schichtdienst Sandsäcke gefüllt, verladen und durch Steuerung  regionaler Einsatzleitungen zu den Stellen gebracht, wo sie am dringendsten benötigt wurden.

Orte wurden evakuiert, die Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen - so in Schlunzig, Crossen und Pölbitz. In Glauchau gab es stellenweise keinen Strom, und die Trinkwasserversorgung fiel partiell aus. Dies ist nur ein geringer Ausschnitt aus dem Geschehen vor Ort. Ich selbst habe gemeinsam mit meiner Frau den Kameraden der Feuerwehr beim Füllen und Verladen von Sandsäcken geholfen. Dies geschah rund um die Uhr quasi im Schichtdienst. Ohne die Ehrenamtlichen und die freiwilligen zivilen Helfer wäre alles wohl noch schlimmer gekommen, sofern man überhaupt von noch schlimmer sprechen kann. Diesen gebührt absoluter Respekt.

Bedrückend neben all der Not und dem Elend ein Bild von der Zwickauer Mulde im Bereich der Ortschaft Wilkau-Haßlau.

Ich fordere neben der Landesregierung auch die entsprechenden Bürgerinitiativen auf, endlich den Anforderungen an den Hochwasserschutz gerecht zu werden.

Kein Haus darf mehr in den Fluten versinken. Es ist auch keinem geholfe, wenn Frau Merkel mit Gummistiefeln medienwirksam in die Flutgebiete reist und unser Innenminister Betroffenheit mimt. Es wird Zeit zu handeln, nicht nur zu reden. Ich hoffe in Sachsen erinnern sich die Menschen im September an diese schrecklichen Geschehnisse.

linksfraktion.de, 3. Juni 2013

 

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