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Roter Wald beliebter Treffpunkt auf Grüner Woche

Im Wortlaut von Kirsten Tackmann,

Von Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Bereits das vierte Mal präsentierte sich DIE LINKE 2011 mit einem eigenen Stand den über 400.000 Besucherinnen und Besuchern auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Ihr diesjähriger Besucherrekord brachte auch uns erneut viele interessierte Gespräche, Diskussionen und überraschende Erlebnisse! Längst ist der Stand zwischen Bio- und Verbraucherschutzhalle zum festen Anlaufpunkt geworden. Vielleicht hören wir auch deshalb immer seltener die Frage, was denn DIE LINKE auf der Internationalen Grünen Woche will.

Vereine und Verbände suchen uns vor Ort auf für manch interessante Diskussion oder einfach zur Kontaktpflege. Interessierte Sympathisantinnen und Sympathisanten wollen nachschauen, was wir uns dieses Jahr haben einfallen lassen. Neugierige bleiben einfach so mal kürzer oder länger hängen. Es ist ein Erfolgskonzept, die Menschen dort zur politischen Diskussion und Informationen über unsere parlamentarische Arbeit zu treffen, wo sie sind. Die Vorbehalte, sie würden nur zum Essen und Trinken zur IGW gehen, haben sich als Irrtum erwiesen. Viele nutzen die Grüne Wochen zumindest auch als Informationsmesse.

Eigentlich muss man nur dafür sorgen, dass sie das Gesprächsangebot auch im Vorbeischlendern erkennen und neugierig werden. Das hat auch dieses Mal wieder gut geklappt. In den ersten beiden Jahren war ein echter roter Traktor der Marke Porsche der Magnet für den Besucherstrom, im vergangenen Jahr eine lebensecht große, aber rote Kuh. 2011 haben wir das UN Jahr des Waldes aufgegriffen um die Aufmerksamkeit auf diesen großartigen, aber bedrohten Teil unserer Heimatregionen zu lenken. Rote Bäume waren ein Blickfang, verschiedene Vogelhäuschen waren gefüllt  mit viel Wissenswertem. Eine Memory-Wand gab Gelegenheit, nicht nur das Kurzzeitgedächtnis zu prüfen, sondern auch das Langzeitgedächtnis, denn Wuchsform, Blatt und Früchte der verschiedenen einheimischen Bäume sollten einander zugeordnet werden. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte. Aber die Herausforderung kam sehr gut an und wurde ernsthaft angenommen. Die Broschüre mit den richtigen Lösungen - auch zum Abgucken - ging weg wie heiße Semmeln und musste mehrfach nachgeliefert werden.

Auch das „Kleine rote Waldbuch“ wurde als Lesematerial sehr gern nach Hause mitgenommen, machte es doch auf die große Vielzahl von Funktionen des Waldes aufmerksam, die den meisten Menschen wahrscheinlich überhaupt nicht bewusst sind. Was dazu führt, dass wir oft allzu leichtsinnig mit dem Wald umgehen und vergessen, was sein Verlust bedeutet. Dabei geht es eben nicht nur um die Urwälder in der Welt, bei denen uns die Forderung nach Schutz durch andere Völker oft sehr leicht von den Lippen geht. Wir müssen auch mit dem Wald nebenan verantwortungsvoller umgehen, wollen wir ihn als Lebens- und Erholungsraum erhalten und verbessern, ihn als Klimaschutz oder sein Holz als Baustoff oder Energiereserve nutzen. 

Und – für uns LINKE mindestens ebenso wichtig wie die ökologischen Leistungen der Wälder muss Wald auch ein Ort sein, an dem qualifizierte Forstleute für engagierte Arbeit gut entlohnt werden. Deshalb war am Stand auch ein wichtiges Thema, wie das alles mit Zertifizierungen von Wäldern gesichert werden kann. Ein besonderer Höhepunkt waren die Märchenstunden, die gezeigt haben, wie tief verankert Wälder sind in unseren Emotionen. Wir haben damit bewiesen: wenn Abgeordnete der LINKEN Märchen erzählen, hat das viel mit drängenden politischen Problemen zu tun.

linksfraktion.de, 30. Januar 2011

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