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Rente erst ab 73 ist Irrsinn!

Nachricht von Matthias W. Birkwald,

Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

 

"Solche Äußerungen sind Panikmache und versetzen viele Menschen in Angst und Schrecken. Die Rückkehr zu einer lebensstandardsichernden Rente wird nicht über Arbeiten bis 73 gelingen. Wir müssen die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen bei der gerechten Finanzierung der Rente wieder stärker in die Pflicht nehmen", kommentiert Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Äußerungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und aus der CDU zu den aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, wonach die durchschnittliche Bezugsdauer der regulären Altersrente bei Frauen auf 22,8 und bei Männern auf 18,78 Jahre gestiegen sei.

Birkwald weiter: "Es ist eine irrsinnige Vorstellung, dass ein Dachdecker oder eine Krankenschwester bis 73 im Beruf bleiben könnten. Außerdem werden Ältere von den Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen viel seltener eingestellt und sind länger arbeitslos. Eine gute Rente wäre möglich, wenn wir zu einer paritätischen Finanzierung der Rentenversicherung zurückkehrten und die Arbeitgeber wieder ihren gerechten Anteil zahlten. DIE LINKE fordert eine Wiederanhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent, dies würde die Beschäftigten monatlich knapp 35 Euro kosten und die Standardrente um 152 Euro im Monat erhöhen."

Für ein Rentenniveau von 53 Prozent hätte der aktuelle Rentenwert ab 1. Juli 2016 von 30,45 Euro auf 33,83 Euro steigen müssen. Dies entspricht einer Beitragssatzerhöhung um 2,3 Prozentpunkte auf 21 Prozent. Beschäftigte mit einem durchschnittlichen Bruttomonatseinkommen von zurzeit 3.022 Euro müssten im Monat knapp 35 Euro mehr an Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Damit würde eine sogenannte Standardrente nach 45 Berufsjahren von aktuell 1.370 auf 1.522 Euro steigen.


linksfraktion.de, 25. Juli 2016

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