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Regierungskoalition bei Gesundheitsförderung und Prävention im Abseits

Nachricht von Martina Bunge,

Am 30. November 2011 fand eine Öffentliche Anhörung des Ausschusses für Gesundheit zu drei Anträgen der Oppositionsparteien zu Gesundheitsförderung und Prävention statt. Ziel aller Anträge ist es, der Gesundheitsförderung und Prävention einen angemessenen hohen Stellenwert in der Gesundheitspolitik zu verschaffen. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE stellt in den Mittelpunkt, dass die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen verringert werden muss.

  Es geht um einige der wichtigsten Fragen unserer Gesellschaft: Will die Bundesregierung weiterhin mehr oder minder tatenlos zusehen, wie Menschen chronisch krank werden, um darauf mit sehr teuren Behandlungen und immensen Pflegeaufwand zu antworten? Ist es hinnehmbar, dass Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen und geringen Einkommen zehn Jahre früher sterben als gutverdienende und gut gebildete Menschen? „Die Bundesregierung reagiert auf die Herausforderungen, indem sie an überkommenen Vorstellungen und Maßnahmen wie Informationskampagnen festhält. DIE LINKE setzt auf moderne, umfassende an den Lebenswelten orientierte Konzepte, eine angemessen ausgestaltete Finanzierung und ein Präventionsgesetz, das der nichtmedizinischen Prävention und Gesundheitsförderung endlich den Stellenwert zubilligt, den diese verdienen.“ erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Martina Bunge.   Bei der Anhörung war unstrittig, dass sozial Benachteiligte durch die meisten bisherigen Präventionsbemühungen nicht ausreichend erreicht werden. Durch einen großen Teil der Präventionsmaßnahmen wird die sozial bedingte gesundheitliche Ungleichheit sogar vergrößert. Fast 90 Prozent der bisherigen Präventionsmaßnahmen setzen auf Aufklärung und individuelle Gesundheitsangebote mit dem Ergebnis, dass sie besonders gut von Menschen aus der Mittel- oder Oberschicht genutzt werden. Um alle Menschen mitzunehmen und die gesundheitliche Ungleichheit zu verringern, gilt es die Menschen an ihren Arbeitsplätzen, in Schulen oder Kindergärten an der Gestaltung ihres Umfelds zu beteiligen und diese mit ihnen zusammen gesundheitsförderlich zu entwickeln. Partizipation wird damit zu einer Schlüsselgröße zukunftsweisender Gesundheitsförderung.   „Ich fühle mich in unserem Antrag zur Gesundheitsförderung und nichtmedizinischen Primärprävention durch die hochkarätigen Gesundheitswissenschaftler vollends bestätigt.“ ergänzt Martina Bunge. „Die Anhörung hat deutlich gezeigt, wer verstanden hat, worum es bei Gesundheitsförderung und Prävention geht und wer nicht.“ Eine zentrale Erkenntnis ist auch: Gesundheitspolitik allein kann die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen nicht vermindern. Erforderlich ist vielmehr ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz: Die Verbesserung der Gesundheit muss Aufgabe aller Politikbereiche sein und vor allem in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Sozial- und Gesundheits- oder Umweltpolitik umgesetzt werden.