Zum Hauptinhalt springen

Minijobben, weil die Rente nicht reicht

Im Wortlaut von Sabine Zimmermann,

Von Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag





Immer mehr Menschen arbeiten nach dem Erreichen des Rentenalters weiter. Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage von mir hervor.
Sowohl bei den über 65-Jährigen, die einem Minijob nachgehen, als auch bei denen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, hat es in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg gegeben. Gingen Ende 2003 bundesweit 595.433 über 65-Jährige einem Minijob nach, waren es Ende September 2012 schon 812.355, ein Anstieg um über ein Drittel. Darunter befinden sich sogar 128.146 über 74-Jährige, die einem Minijob nachgehen. 2003 waren es erst 77.081. Aber auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung über 65-Jähriger ist bundesweit deutlich angestiegen, von 109.342 Personen Ende 2003 auf 170.670 im September 2012.
  
Der weitaus überwiegende Teil der älteren Menschen dürfte nicht zum Spaß und Zeitvertreib nach Erreichen des Rentenalters weiter arbeiten, sondern aus purer finanzieller Not. Die Zahlen belegen vielmehr, dass immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sind. Anstatt ihren Ruhestand zu genießen und den Lebensunterhalt aus der gesetzlichen Rente oder Pension zu bestreiten, arbeiten ältere Menschen zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, um der Armut zu entfliehen.

Die Ausbreitung von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung, die der Altersarmut Vorschub leistet, muss gestoppt werden. Ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn als Haltelinie nach unten ist mehr als überfällig. Auch muss endlich die Anhebung des Rentenwertes Ost auf Westniveau erfolgen. Über 20 Jahre nach der Deutschen Einheit ist dieser Unterschied durch nichts mehr zu rechtfertigen. Grundsätzlich fordert die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag die Einführung einer solidarischen Mindestrente in Höhe von perspektivisch 1.050 Euro netto im Monat.

linksfraktion.de, 11. Juni 2013

Auch interessant