Skip to main content

Kinderarmut macht krank

Nachricht von Diana Golze,

Zur Erklärung des Präsidenten des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) über erhöhte Gesundheitsrisiken für arme Kinder erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Diana Golze:

Laut UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Grundrecht auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung. Es ist ein Skandal und ein Armutszeugnis der Bundesregierung, dass Kinder in Armut keine ausreichende medizinische Versorgung genießen dürfen. Bereits heute lassen sich Ärzte nur noch selten in Wohnvierteln mit hohem Arbeitslosen- und Migrantenanteil nieder. Ihnen fehlt neben dem Einkommen aus der gesetzlichen Krankenversicherung in diesen Quartieren der Anteil an Privatpatienten, der den Praxisbetrieb zusätzlich lukrativ macht. Es ist also auch aus Armutsaspekten heraus notwendig, eine einheitliche Versicherungsform für alle zu etablieren. Wir schlagen deshalb die Einführung der solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung vor. DIE LINKE kann dem BVKJ nur zustimmen, dass dieses Zwei-Klassen-Gesundheitssystem endlich beendet werden muss.

Die Gesundheitsrisiken sozial benachteiligter Kindern sind bekanntermaßen höher als die der Kinder höherer Bildungs- und Einkommensschichten. Viele jugendmedizinische Studien sehen die psychosozialen Folgen von Kinderarmut in der höheren Wahrscheinlichkeit für Fehlernährung und Bewegungsmangel, psychosomatischer Erkrankungen mit Kopf- und Bauchschmerzen, Depressionen und Suizidgedanken. Die medizinische und soziale Unterversorgung armer Kinder muss sofort beendet werden!

Über 2,6 Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut. Das bedeutet ungenügende Mittel für Gesundheit, Ernährung, Schulsachen und Bildung - von Sport- und Freizeitkosten nicht zu reden. Wir brauchen endlich eine bedarfsorientierte Grundsicherung für Kinder, die zumindest deren Existenzminimum von 420 Euro absichert. Ein Ausbau des Kinderzuschlags wäre ein erster Schritt dahin. Alleine durch den Verzicht auf Steuergeschenke an Konzerne und Banken wären die finanziellen Mittel dafür ohne weiteres vorhanden.

Auch interessant