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Kaum Chancen für Langzeitarbeitslose

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Langzeitarbeitslose finden nur selten einen neuen Job. Ihre Chancen sind deutlich schlechter als die von Kurzzeitarbeitslosen. Die Entwicklung der Anzahl der Langzeitarbeitslosen und auch deren Abgangsstatistik aus der Arbeitslosigkeit belegen einmal mehr die Erfolgslosigkeit und Untätigkeit der Bundesregierung, die Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren. Die Gründe, warum Langzeitarbeitslose nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, sind nur zu einem kleinen Teil auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen.


Von den Langzeitarbeitslosen, die im Jahr 2011 ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, nahmen nur 14,9 Prozent eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf. Der überwiegende Teil der Langzeitarbeitslosen wurde aus der Statistik gestrichen aufgrund von Arbeitsunfähigkeit (35 Prozent), fehlender Verfügbarkeit oder Mitwirkung (11,1 Prozent), Ausscheiden aus dem Erwerbsleben (4,1 Prozent) oder Sonderregelungen (3,0 Prozent), zum Beispiel vorruhestandsähnlichen Regelungen.

Ganz anders stellen sich die Abgangsgründe aus der Arbeitslosigkeit für Arbeitslose dar, die weniger als 12 Monate arbeitslos waren. Eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt war mit einem Anteil von 34,0 Prozent an allen Abgängen der Hauptgrund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf entsprechende Anfragen zu den Abgangsgründen aus der Arbeitslosenstatistik von Langzeitarbeitslosen im Jahr 2011 hervor.

Bundesregierung muss mehr tun   Zudem ist es auch im Jahr 2011 nicht gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen merklich zu reduzieren. Im Vorjahresvergleich ging die Langzeitarbeitslosigkeit im Dezember 2011 gerade einmal um 3 Prozent (- 31.000) zurück, im Bereich des SGB II (Hartz IV) sogar nur um 6.000 Personen. Selbst im konjunkturellen Aufschwung verharrte damit die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit insgesamt 936.000 auf hohem Niveau. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen hat sich aufgrund des stärkeren Rückgangs bei allen Arbeitslosen von 33 auf 35 Prozent erhöht. Nach dem international vergleichbaren ILO-Konzept liegt der Anteil der Langzeiterwerbslosen an allen Erwerbslosen im europäischen Vergleich in Deutschland mit über 47 Prozent besonders hoch. Der Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten liegt bei nur 42 Prozent. In Schweden zum Beispiel waren nur 19 Prozent der Erwerbslosen ein Jahr und länger erwerbslos.
  Die Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeitarbeitslosen Menschen tun. Stattdessen reduziert sie kontinuierlich die Förderleistungen der Arbeitsmarktpolitik, so auch im Haushalt 2012. Bereits 2011 gab es in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung 37,1 Prozent weniger neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Hälfte der Langzeitarbeitslosen verfügt aber nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Um jemals wieder die Chance auf einen Job zu haben, benötigen sie dringend Weiterbildung und Qualifizierung. Langzeitarbeitslose dürfen nicht abgeschrieben werden. Eine Konzentration nur auf leicht Vermittelbare und den Rest seinem Schicksal zu überlassen, ist mehr als unsozial.  

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