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Kaufen, ausquetschen, loswerden

Nachricht von Axel Troost,

Mit diesem Slogan wird - etwas überspitzt, aber leider zu oft treffend - beschrieben, was sog. Private Equity Fonds (PEF) - zu deutsch harmlos Beteiligungsgesellschaften - selbst mit bestens gerüsteten Unternehmen veranstalten. Was bisher den Spekulanten an den Finanzmärkten vorbehalten war, d.h. das Kaufen von Wertpapieren um schnell und teuer zu verkaufen, wird nun auf ganze Unternehmen ausgedehnt.

Das Charakteristikum dieser zumeist von Superreichen finanzierten Fonds ist dabei, dass sie die Unternehmen, um die Wertsteigerungen zu realisieren, für einen bestimmten - meist kurzen Zeitraum - aktiv managen. Dabei zeichnen sie sich durch ein besonders rabiates und risikoreiches Vorgehen aus. Die anvisierte schnelle Rendite lässt sich häufig nur durch Rosskuren zulasten der Beschäftigten und auf Kosten von Innovation und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen realisieren. Aber damit nicht genug. Um Unternehmen für die Finanzmärkte attraktiv zu machen, ist vor allem eine hohe Eigenkapitalrendite gefordert. Diese kann durch eine hohe Kreditaufnahme gesteigert werden, solange die Zinskosten unterhalb der dadurch hervorgerufenen zusätzlichen Gewinne rangieren. Die derzeitige hohe Liquidität auf den Finanzmärkten und die niedrigen Zinsen machen diesen risikoreichen Kredithebel sehr lukrativ. Damit verbunden sind zudem oft Sonderauschüttungen ‚auf pump' an die Investoren.

Problematisch sind diese kurzfristig orientierten Geschäftsgebaren jedoch nicht nur für die Beschäftigten und Unternehmen, sondern auch für die internationalen Finanzmärkte. Mittlerweile hat das Kreditvolumen der PEF ein solches Ausmaß erreicht, dass sich die britische Finanzaufsicht, die Europäische Zentralbank und die Bundesbank um die Stabilität der Finanzmärkte im Falle steigender Zinsen sorgen. Populistische Klagelieder über Heuschrecken - wie von Vizekanzler Müntefering bevorzugt - bei gleichzeitiger grundsätzlich positiver Einschätzung der PEF durch die SPD-Mehrheit, reichen hier nicht aus. Gefordert sind durchgreifende steuerliche Maßnahmen und u.a. ein Verbot von Sonderdividenden, eine wirksame Beschränkung der Kreditfinanzierung und vor allem eine Ausweitung der Mitbestimmung in den Unternehmen. Nur so kann den Machenschaften der PEF ein Ende bereitet werden.

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