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Jeder dritte Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie

Nachricht von Klaus Ernst,

Auswertung der Antwort auf die Kleine Anfrage „Leiharbeit in einzelnen Branchen“, Bundestagsdrucksache 18/5591, von Klaus Ernst u.a. und der Fraktion DIE LINKE

 

Zusammenfassung:

Mehr als ein Drittel aller Leiharbeitskräfte sind in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt. Dies sind 180.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter (34% aller Leiharbeiter). Von den fünf Branchen mit den meisten Leiharbeitskräften gehören die ersten drei zur Metall- und Elektroindustrie. Da liegt die Entlohnung oberhalb der Durchschnittslöhne. Die Anteile der Niedriglöhner sind geringer als im Durchschnitt. Das zeigte die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion. 

O-Ton Klaus Ernst:

„Leiharbeit ist kein Instrument, um Engpässe abzudecken, sondern wird dauerhaft in boomenden Exportbranchen eingesetzt. Hier geht es um die Etablierung eines 2-Klassensystems in der Arbeit in Branchen, die nicht Not leiden. Statt den Einsatz von Leiharbeit stark zu begrenzen, plant Ministerin Nahles eine zeitliche Ausdehnung der Überlassungsdauer für tarifgebundene Betriebe. Sie macht sich damit zur Steigbügelhalterin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.“

 

Ergebnisse im Einzelnen:

 

  • Nach Angaben des IAB-Betriebspanels waren am Stichtag 30. Juni 2014 rund 180.000 Leiharbeitskräfte in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt (vgl. Antwort auf Frage 1).
  • Nach Angaben des IAB-Betriebspanels entsprechen die 180.000 Leiharbeitskräfte in der Metall- und Elektroindustrie einem Anteil von 34 Prozent aller Leiharbeitskräfte (vgl. Antwort auf Frage 2).
  • 5 Branchen mit den meisten Leiharbeitskräften nach IAB-Betriebspanel (Juni 2014, vgl. Antwort auf Frage 3):
  • Maschinenbau: 62.000
  • Herstellung von Kraftwagen, sonstiger Fahrzeugbau: 50.000
  • Herstellung von Metallerzeugnissen, Stahl…: 42.000
  • Bauinstallation: 39.000
  • Verkehr/Lagerei: 36.000
  • In diesen fünf Branchen werden insgesamt 43 Prozent der Leiharbeitskräfte beschäftigt (vgl. Antwort auf Frage 3).
  • Die Medianentgelte und Niedriglohnanteile in ausgewählten Branchen (vgl. Antwort auf Frage 7):
  • Maschinenbau: 3.781 Euro Medianentgelt, Niedriglohnanteil von 4,4 %
  • Herstellung von Kraftwagen/Fahrzeugbau: 4.397 Euro, 2,8 %
  • Herstellung von Metallerzeugnissen, Stahl…: 2.900 Euro, 15,1 Prozent
  • Bezogen auf die Gesamtwirtschaft liegen das Medianentgelt der Vollzeitbeschäftigten bei 2.960 Euro und der Anteil der Niedriglohnbezieher bei 20 Prozent (vgl. Antwort auf Frage 5).

linksfraktion.de, 10. August 2015

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