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Foto: Carsten Rehder/dpa
Foto: Carsten Rehder/dpa

Immer mehr Stellen im Öffentlichen Dienst unbesetzt

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Die Zahl der unbesetzten Stellen im Öffentlichen Dienst des Bundes hat im Jahr 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt 34.700 Arbeitsplätze blieben unbesetzt, 2.000 mehr als noch vor einem Jahr und 3.500 mehr als 2015. Das geht aus der Antwort [PDF] der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., hervor.

Zimmermann erklärte dazu: „Der Bund ist als Arbeitgeber offenbar immer weniger gefragt. Das hängt zum einen mit der Vergütung zusammen – zu Recht fordern die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes jetzt sechs Prozent mehr Lohn und mindestens 200 Euro mehr im Monat. Zum anderen erhöhen unbesetzte Stellen die Arbeitslast der übrigen Beschäftigten. Schließlich muss jemand die Arbeit machen. Man muss deshalb auch einmal anerkennen, was die Beschäftigten jeden Tag leisten. Aber die zusätzliche Arbeitsbelastung sorgt natürlich auch für Stress – und das macht den Bund als Arbeitgeber nicht gerade attraktiver.“

In den Ländern und Kommunen sieht es nicht besser aus. Schwerpunkt sind die Kommunen. Vor allem bei Erzieherinnen und Erziehern sowie an Schulen kommt es zu Engpässen – 162.000 Beschäftigte fehlten dort nach Angaben des Deutschen Beamtenbundes zum Jahresbeginn 2018. Die Personalengpässe im Öffentlichen Dienst des Bundes relativiert dieser Befund allerdings nicht, denn bei Ländern und Kommunen arbeiten zusammen fast achtmal so viele Menschen wie beim Bund.

Zimmermann weiter: „In den Kommunen streiken die Beschäftigten, zum Beispiel in Kindertagesstätten. Wer gute Fachkräfte braucht, muss sie auch anständig bezahlen. Das gilt ganz besonders für den Bildungsbereich. Es reicht nicht, nur davon zu reden, wie wichtig Bildung ist – man muss auch Geld in die Hand nehmen. Hierzu sind neue Finanzierungswege und Änderungen der Rechtsgrundlagen erforderlich. Die neue Bundesregierung bleibt aber auf halbem Wege stehen: Sie will nur Investitionen des Bundes in die Bildungsinfrastruktur der Kommunen erleichtern. Bei den Personalkosten bleiben sie hingegen auf sich gestellt. Bund, Länder und Kommunen müssen zusammenarbeiten können, um gute Bildung zu gewährleisten.“