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Gute Pflege braucht einen Systemwechsel

Im Wortlaut von Pia Zimmermann,

Von guter Pflege sind wir im jetzigen System meilenweit entfernt. Die Bundesregierung bürdet Menschen mit Pflegebedarf hohe monatliche Zuzahlungen auf, sorgt aber andererseits nicht dafür, dass diesen Menschen, den Beschäftigten in der Pflege und den pflegenden Angehörigen die notwendige Unterstützung zuteilwird. 

Das müssen wir dringend ändern: Wir brauchen mehr Pflegerinnen und Pfleger, sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung. Das bedeutet eine bessere Absicherung für Menschen mit Pflegebedarf, eine geringere Arbeitsbelastung für die Beschäftigten und eine Entlastung für pflegende Angehörige. 

Darüber hinaus brauchen die, die pflegen, endlich eine finanzielle Perspektive: Beschäftigte, in dem die Löhne in der Pflege deutlich steigen müssen; pflegende Angehörige, indem sie sozial abgesichert werden.

Es ist nur mit einem Systemwechsel möglich, diese Ausgaben auch solidarisch und solide zu finanzieren. Die Eigenanteile und Zuzahlungen, die Menschen mit Pflegebedarf jeden Monat belasten, müssen von der Gesellschaft abgefedert und gesenkt werden. Die Mehrausgaben für eine gute Pflege scheinen enorm, aber dieser Systemwechsel würde für 90 Prozent der Bevölkerung keine nennenswerte Mehrbelastung oder sogar sinkende Beiträge bedeuten. 

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung spielen Gesundheitszustand und Behandlungsbedarf keine Rolle. Wer einen höheren Pflegeversorgungsbedarf hat, muss deshalb nicht mehr zahlen. Davon profitieren vor allem Ärmere, da im Durchschnitt gilt: je niedriger das Einkommen, desto schlechter die Gesundheit.

Mit der Solidarischen Pflegevollversicherung sollen sich die privat Versicherten diesem solidarischen Ausgleich anschließen. Sie haben überwiegend hohe und höchste Einkommen. Dabei muss die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden, damit alle gemäß ihren finanziellen Möglichkeiten das Pflegesystem unterstützen. Auf diese Weise kann eine gute Pflege solidarisch und solide finanziert werden.


Nähere Informationen und Details finden Sie in unserem Antrag: Solidarische Pflegevollversicherung