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Gucken, hören, kritisch fragen und die Meinung sagen

Im Wortlaut von Petra Pau,

Petra Pau, Vizepräsidentin des Bundestages und Mitglied des Vorstandes der Fraktion DIE LINKE, über Ein- und Ausblicke unter der Bundestagskuppel

Der Bundestag verspricht Ein- und Ausblicke.

Petra Pau: Alle Jahre wieder, und das ist gut so. Diesmal am 4. September, also heute.

Woanders heißt das Tag der offenen Tür, richtig?

Egal wie, interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich wieder kompakt mit dem Innenleben des Bundestages vertraut machen, mit seiner Arbeitsweise, mit seiner Architektur, mit Kunst und Geschichte. Obendrein gibt es ein umfangreiches Kulturangebot. Bislang war das immer ein Renner.

Der Bundestag will sich also von seiner schönsten Seite zeigen?

Das hängt von den jeweiligen Gesprächspartnern ab. Ich jedenfalls werde kein Hehl aus meinen aktuellen Bedenken machen.

Die da wären?

Demnächst wird es wieder um zig Milliarden, wenn nicht hunderte Milliarden Steuergelder zur Rettung des Euro gehen.

So liest und hört man es.

Ja. Zugleich gibt es eine Debatte, ob und wie weit der Bundestag überhaupt an den Entscheidungen beteiligt werden soll. Das ist absurd, zeigt aber, wie sich die demokratische Kultur bei manchen Akteuren im Sinkflug befindet.

Das klingt böse.

Es ist noch schlimmer. Beispiel: Griechenland. Inzwischen diktieren Finanzhasardeure immer mehr Staaten, Regierungen und Parlamenten, was sie zu tun und zu lassen haben. Mit Demokratie hat das alles nichts zu tun.

Und was mit dem Tag der Ein- und Ausblicke?

Ich wünsche dem Bundestag viele Besucherinnen und Besucher, die nicht nur gucken und hören, sondern auch kritisch fragen und ihre Meinung sagen.

Die Fraktion DIE LINKE ist auch präsent?

Wie alle Fraktionen. Gregor Gysi und viele andere Abgeordnete werden da sein. Ich auch - in Doppelfunktion: als Linke bei der LINKEN und als Vizepräsidentin im Plenarsaal.

Am Stand der LINKEN soll es eine Überraschung geben?

Ja, rot und groß.

Mehr sagen Sie dazu nicht?

Nö, ich wurde ja selbst überrascht.


Interview: Rainer Brandt

linkfraktion.de, 4. September 2011

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