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„Es geschah am 13. Juli 2012 – Der rechtsextremistische Überfall auf das Kunsthaus Erfurt“

Im Wortlaut von Lukrezia Jochimsen,

Eine Szenische Lesung zum Thema Kultur, Zivilgesellschaft, Stadtpolitik und rechte Gewalt

Luc Jochimsen (4.v.l.) zum Abschluss der Szenischen Lesung im Kunsthaus Erfurt

Von Luc Jochimsen

Vor genau einem Jahr, am 13. Juli 2012 erschienen Nazis vorm Kunsthaus in der Erfurter Altstadt, wo gerade die Vernissage einer Ausstellung zu Ende ging, provozierten Gäste und griffen diese dann an. Bei der anschließenden Festnahme der TäterInnen wurde auch eine Streifenpolizistin schwer verletzt. Ein Vorfall, der in der Stadt viel Aufsehen erregte, auch weil er nicht der erste dieser Art war. Es dauerte vier Tage bis die Polizei einen rechtsradikalen Hintergrund dieser Gewalttat zugab, obwohl alle Zeugenaussagen eindeutig in diese Richtung wiesen.

Genau ein Jahr danach, am 13. Juli 2013, ließen die Verantwortlichen des Kunsthauses, Monique Förster und Dirk Teschner, Franz Sodann, der die Regie übernahm, und ich dieses Jahr „Revue passieren“. Anhand von Medien- und Augenzeugenberichten, Dokumenten und Interviews – vorgetragen von Augenzeugen, PolitikerInnen und KünstlerInnen – zeigten wir auf, wie Polizei, Justiz und Politik mit diesem Geschehen seitdem umgegangen sind bzw. umgehen – für mich übrigens ein typischer Fall der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt bei uns, vor allem in Städten Ostdeutschlands. Bis heute wissen die Opfer des Anschlags nicht, wie die Justiz gegen die Täter vorgehen wird, ob inzwischen Anklage erhoben wurde. Wenn der Staat die Opfer rechtsextremistischer Angriffe so allein lässt, dann ist das der eigentliche Skandal.
 

linksfraktion.de, 18. Juli 2013

 

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