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Erwerbslosigkeit verfestigt sich - Arbeitsmarktpolitische Kehrtwende dringend notwendig

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 153.950 Erwerbslose 5 Jahre und länger erwerbslos. Ihr Anteil an allen Langzeiterwerbslosen betrug 17,09 Prozent.

Ihre Anzahl hat sich seit dem Jahr 2012 um 11 Prozent erhöht (2012: 138.215, Anteil von 13,2 Prozent).

Im selben Zeitraum stieg die durchschnittliche bisherige Dauer der Erwerbslosigkeit allgemein von 458 auf 490 Tage.

Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2017 900.745 Langzeiterwerbslose registriert. Damit war über jeder dritte Erwerbslose (35,6 Prozent) ein Jahr oder länger erwerbslos. 

Die geht aus der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Dauern (PDF) hervor, die Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, ausgewertet hat.

Sie erklärt dazu:

„Hunderttausende Erwerbslose werden aufs Abstellgleis geschoben und lediglich verwaltet. Trotz allgemeiner Beschäftigungszunahme in den letzten Jahren hat sich für viele Langzeiterwerbslose keine Verbesserung ihrer Situation eingestellt und das ist ein echter Skandal. Eine neue Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeiterwerbslosen Menschen tun.

Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik ist dringend notwendig. Es müssen ausreichend Gelder zur Unterstützung bereitgestellt werden. Wir fordern die Einrichtung eines öffentlichen geförderten Beschäftigungssektors mit 200.000 voll sozialversicherungspflichtigen existenzsichernden Arbeitsplätzen. Anstatt sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten die Arbeitgeber stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen und deren Potenzial nicht länger brach liegen lassen.“       

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