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Foto: Rico Prauss

»Eine perverse Entwicklung«

Nachricht von Dietmar Bartsch, Gregor Gysi,

Die Verteilung des Weltvermögens wird laut einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam immer ungleicher. Die 80 reichsten Menschen der Welt besitzen demnach so viel Vermögen wie 3,5 Milliarden Menschen, also die ärmere Hälfte der Menschheit. Das Vermögen der 80 Reichsten habe sich zwischen 2009 und 2014 verdoppelt. Wenn sich der Prozess der Umverteilung von unten nach oben weiter fortsetzt, wird den Berechnungen von Oxfam zufolge im nächsten Jahr ein Prozent der Weltbevölkerung über mehr Vermögen verfügen als der gesamte Rest zusammen. Während das reichste Prozent im Jahre 2009 noch 44 Prozent des weltweiten Vermögens sein Eigen nannte, sind es 2014 bereits 48 Prozent gewesen.

Das sei "Eine perverse Entwicklung" und ein Beleg dafür, "dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht. Er rät dem bevorstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos, "sich die Forderungen von Oxfam zu eigen zu machen: Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerflucht, Besteuerung von Kapital anstelle von Arbeit, Einführung von Mindestlöhnen sowie Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen", kommentiert Dietmar Bartsch die Erkenntnisse der Studie.

"Wollen wir warten, bis ihnen alles gehört? Wie lange will die Bundesregierung noch zulassen, dass dieses völlig absurde Übergewicht an Besitztum den sozialen Frieden auch in unserem Land erdrückt", fragt Gregor Gysi. DIE LINKE fordert seit langem eine Umkehrung der jetzigen Umverteilung von unten nach oben hin zu einer Umverteilung von oben nach unten. "Der Bundesregierung stände es gut zu Gesicht, über wachsende Einnahmen nachzudenken, statt Schäubles ‚Schwarze Null‘ zu bejubeln. Dass bei den Superreichen mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens zu holen ist, ist keine Propaganda der LINKEN, sondern schlicht die Wahrheit. Die Bundesregierung muss handeln", so Bartsch.

Gysi fragt weiter: "Wie lange wollen die Regierungen weltweit die Opfer der immer brutaleren Verteilungskriege hinnehmen?" Er appelliert: "Umverteilung von oben nach unten ist nicht nur notwendig und mehr als gerecht, sondern auch ein Beitrag zur Herstellung des Weltfriedens."

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