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Dresden nazifrei 2013

Im Wortlaut von Caren Lay, Jörn Wunderlich, Michael Leutert,


Protestierten gegen Nazis: Marion Junge, MdL Sachsen (m.), Caren Lay (r.)

Caren Lay: "Auch in diesem Jahr haben sich in Dresden wieder Tausende Menschen gegen den ehemals größten Neonazi-Aufmarsch in West-Europa versammelt. In den vergangenen Jahren war es uns gelungen, den Neonazi-Aufmarsch erfolgreich mit Massenblockaden friedlich zu verhindern. Auch in diesem Jahr war dies unser Ziel! Es kann nicht sein, dass die menschenverachtende Ideologie der Neonazis jedes Jahr wieder in Dresden auf die Straße getragen wird. Trotz der Aufhebung meiner Immunität habe ich mich nicht einschüchtern lassen und war ich auch dieses Jahr gerne wieder in Dresden gegen die Neonazis auf der Straße! Es war auch dieses Jahr wieder eine bunte Mischung von Menschen aus der LINKEN und anderen Parteien, von Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und Antifaschistinnen und Antifaschisten. Auch von der skandalösen Verurteilung des Antifaschisten Tim H. aus Berlin durch ein Dresdener Gericht haben sich all diese Menschen nicht abschrecken lassen gegen die Neonazis auf die Straße zu gehen!"

Jörn Wunderlich: "Nach dem Mahngang Täterspuren, den Falk Neubert (Mitglied der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag) organisiert hat und an dem sich mehr als 3.000 Menschen beteiligt haben, blockierten die Demonstrierenden drei neuralgische Kreuzungen südlich des Sachsenplatzes, um den Neonazis den Weg vom Bahnhof  zum Sammelplatz zu versperren. Als etwa 250 Neonazis vom Bahnhof aus zum Sachsenplatz gebracht werden sollten, gingen ihnen mehr als 2.000 Menschen auf der Petersburger Straße entgegen. Zeitgleich wurden die beiden anderen Blockaden nach Süden verlegt. Dort gelang es uns, den Neonazis auf der Parkstraße den Weg zu versperren. Da stand dann ihr Trupp, vor sich den Park, hinter sich eine Baustelle und rechts und links die Antifaschisten. Bis kurz nach 22.00 Uhr wurden die Nazis aufgehalten, dann haben sie kapituliert und konnten nach Verhandlungen ohne Fackeln, Fahnen und Lautsprecher zurück zum Bahnhof. Ein voller Erfolg gegen die Nazis. So muss es bleiben, zumal sich auch die Polizei kooperativ und vorbildlich verhalten hat. Venceremos!"

Michael Leutert: "Die Idee, dem Opfermythos der Nazis einen "Täterspuren"-Rundgang entgegenzusetzen, hat mich schon im Vorfeld überzeugt. An seinen Stationen ist deutlich geworden: Auch die Zerstörung von Dresden hatte ihre Ursache in den Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. Dass aber so viele Menschen an einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte Dresdens Interesse haben, hätte ich nicht gedacht. Noch während wir liefen, kamen immer mehr Menschen dazu. Der Organisator, unser sächsischer Genosse und Landtagsabgeordnete Falk Neubert, hat die Teilnehmerzahl schließlich auf 2500 bis 3000 Leute geschätzt. Ein toller Erfolg, der im nächsten Jahr durchaus wiederholt werden könnte."

linksfraktion.de, 13. Februar 2013

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