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Dicke da - nicht nur für Suhl

Im Wortlaut von Katrin Kunert,

Katrin Kunert (2.v.l.) und Frank Tempel (M.) im Schießsportzentrum Suhl

 

Von Katrin Kunert, Katrin Kunert, kommunal- und sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

 

Um sich ein Bild vom Sport zu machen, muss man vor Ort sein. Diesmal führte mich mein Weg nach Suhl ins Schießsportzentrum, SSZ. Es ist nicht nur Olympiastützpunkt, Bundes- und Landesleistungszentrum, sondern auch für den Breitensport zugänglich. Außerdem trainieren dort auch Gewichtheberinnen und Gewichtheber, und es finden Europa- und Weltmeisterschaften statt.

Zu diesem Termin begleitete mich unser Suhler Oberbürgermeisterkandidat. Zwar kommt Holger Auerswald mit seiner Losung "Dicke da für Suhl" nicht gerade sportlich daher, dies bedeutet aber nicht, dass ihm der Sport nicht am Herzen liegt. Engagiert setzt er sich für den dauerhaften Erhalt des SSZ ein und kämpft für eine breite Förderung des Kinder- und Jugendsports.

Das SSZ ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Es ist Magnet für den Leistungs- und Spitzensport, weil es auf dem neuesten Stand der Zeit und hinsichtlich seiner naturnahen Lage einzigartig ist. Die Anlage selbst umfasst knapp 29 Hektar. Dies zu halten, setzt eine langfristige Planung und Finanzierung sowie verlässliche Partner voraus. In dem Gespräch mit dem Leiter des SSZ wurde deutlich, dass diese Voraussetzungen leider nicht immer gegeben sind. Es könnten viel mehr nationale und internationale Wettkämpfe stattfinden, davon würde auch die Stadt Suhl profitieren, wenn es seitens der Politik finanzielle Sicherheiten geben würde. Das SSZ wird vom Bund zu ein Drittel gefördert. Zwei weitere Drittel kommen vom Land und der Stadt. Diese Mittel reichen aber nur für die Aufrechterhaltung des täglichen Betriebs des SSZ. Für die Durchführung von Wettkämpfen bedarf es weiterer Mittel.

Bei der Besichtigung des SSZ gab es auch Gespräche mit Vertretern des Stadtsportbundes. In Suhl gibt es 82 Sportvereine mit 7 019 Mitgliedern. Fast jede fünfte Suhlerin und jeder fünfte Suhler ist also Mitglied in einem Sportverein. Wie in vielen anderen Städten stand auch hier die Frage der Finanzierung des Sports im Vordergrund des Gesprächs. Selbst wenn Bund und Land Mittel für den Erhalt und die Sanierung von Sportanlagen und Sportstätten zur Verfügung stellen, kann die Stadt Suhl aufgrund ihrer desolaten Finanzlage die notwendigen Komplementärmittel nur selten aufbringen. Der Vorschlag der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, den Goldenen Plan Ost wieder aufzulegen, traf bei den Anwesenden auf breite Zustimmung. Ihren Wunsch, mich auch in Zukunft für ein bundesweites Sportstättensanierungsprogramm einzusetzen, nehme ich als Auftrag nach Berlin mit.

Am Abend stellten sich mein Fraktionskollege Frank Tempel, LINKE-Kommunalpolitiker Holger Auerswald und ich uns den Fragen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema "Leere Kassen, tote Städte?". Viel Zustimmung brachten uns die Menschen für unsere Forderungen entgegen, Kommunen aufgabengerecht zu finanzieren, Bürgerinnen und Bürger viel mehr zu beteiligen und jetzt in die Zukunft der Städte zu investieren. Dafür streitet DIE LINKE in Bund, in den Ländern und vor Ort in den Kommunen.

linksfraktion.de, 25. März 2012

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