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Damit Frauen endlich den Lohn erhalten, den sie verdienen!

Nachricht von Matthias W. Birkwald, Katja Kipping,

 

Eine Schubkarre voller Unterschriften übergaben heute Vertreterinnen des nationalen Bündnisses zum Equal Pay Day an den Deutschen Bundestag. 15.969 Menschen hatten den Forderungskatalog des Bündnisses für Entgeltgleichheit unterstützt. Katja Kipping, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales sowie Sibylle Laurischk, Vorsitzende des Bundestagsauschüsse für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nahmen die Unterschriftensammlung in Empfang.

Mit dem Slogan „Mannsbilder? – Weibsbilder? – Neue Bilder!“ sammelte das breite Bündnis aus Wirtschaft und Politik, zu dem auch DIE LINKE im Bundestag gehört, vom 1. Januar bis zum 25. März 2011 die Unterschriften. An diesem Tag fand der diesjährige Equal Pay Day statt. Er markiert, wie viele Tage Frauen länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen.

Weil „... Weibsbilder genauso gut arbeiten wie Mannsbilder und dafür auch den gleichen Lohn verdienen“, begründete Matthias W. Birkwald seine Unterstützung der Aktion auf der Website des Bündnisses. Als rentenpolitischer Sprecher der Fraktion sind gerade ihm auch die Langzeitfolgen des Problems bewusst. Fast ein Viertel weniger Gehalt am Monatsende setzen sich auch später bei den Rentenansprüchen fort: weibliche Altersarmut wird vorprogrammiert.

Das Aktionsbündnis zum Equal Pay Day hat es sich zum Ziel gesetzt, über Entgeltunterschiede und seine Ursachen aufzuklären. Der thematische Schwerpunkt in diesem Jahr sind tradierte Rollenbilder und deren Auswirkungen auf das Berufswahlverhalten oder Arbeitszeiten.  Nach wie vor ist der Arbeitsmarkt zwischen den Geschlechtern aufgeteilt. Dabei geht es nicht nur um die ungleiche Verteilung von Führungspositionen oder unfreiwillige Teilzeitarbeit, sondern auch um ganze Berufszweige. Hauptsächlich von Frauen ausgeübte Berufe werden meist niedriger entlohnt, als vergleichbare Tätigkeiten von Männern. Dies betrifft viele Dienstleistungsberufe, gerade im Gesundheits- und Sozialbereich. DIE LINKE im Bundestag setzt sich besonders dafür ein, diese Berufe aufzuwerten. Mit dem Slogan „Frauenarbeit ist mehr wert“ auf roten Taschen, macht sie nicht nur zum Equal Pay Day auf diesen Missstand aufmerksam.

Bereits im vergangenen Jahr legte die Fraktion Eckpunkte für ein Gesetz zur mittelfristigen Beseitigung der Entgeltdiskriminierung vor. In diesem Antrag nimmt die Aufwertung von Frauenberufen einen wesentlichen Platz ein. „Die Lohndiskriminierung von Frauen ist eine strukturelle Frage, die gesellschaftliche Antworten braucht“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin Cornelia Möhring: „Ohne eine gerechte Verteilung von Arbeit und Zeit zwischen den Geschlechtern, wird tatsächliche Gleichberechtigung nicht erreichbar sein.“

Die Bundesregierung übt sich dagegen in der ewig gleichen Erzählung, die Ursache der Lohndiskriminierung läge in der persönlichen Verantwortung der Frauen und ihrer – leider falschen - Lebensentscheidungen. So erklärt etwa Bundesfrauenministerin Kristina Schröder anlässlich des Equal Pay Days den Gehaltsabstand zwischen Frauen und Männern laut SpiegelOnline am 24.03.2011 damit, dass es den weiblichen Beschäftigten nicht gelungen sei, "typische Frauenberufe zu überwinden".  

Doch der öffentliche Protest gegen solche Rechtfertigungen wächst. Der Verband medizinischer Fachberufe kritisierte diese Äußerungen in einem Offenen Brief vom 15. April als „Hohn“. Die Ministerin solle Frauen „nicht nur aufrufen in Männerberufe abzuwandern, sondern vielmehr für Regelungen eintreten, die die Arbeit im sozialen und Gesundheitsbereich aufwertet“.

Damit diese Forderungen endlich bei der Bundesregierung Gehör finden, müssen der Druck von außen und die Zusammenarbeit der Opposition im Parlament weiter intensiviert werden.

Die Übergabe der Unterschriften war dafür ein gelungener Auftakt.

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