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Bürger machen nicht nur Wind

Im Wortlaut von Eva Bulling-Schröter,

Eva Bulling-Schröter am 3. Juli 2012 in Plattling bei Deggendorf

 

Von Eva Bulling-Schröter

 

"Am Dienstagabend war ich in Plattling zu Gast. Wind, Sonne, Biogas und Geothermie das sind die Stoffe aus denen, gepaart mit steigender Energieeffizienz, die saubere Energie von morgen kommen wird. Damit diese sinnvollen und notwendigen Veränderungen von den Menschen angenommen und nicht als Bedrohung verstanden werden, müssen sie sozialpolitisch begleitet werden. 

Die Möglichkeiten der Politik reichen hier von der Unterstützung regionaler Erzeugergenossenschaften, der Rekommunalisierung von Netzen und der Energieerzeugung oder der Entwicklung effizienter Speichertechnologien, bis hin zur Gewährung eines Grundverbrauchs zu ermäßigten Preisen für finanzschwache Haushalte.  Die vier großen Energiekonzerne sind nicht Motor, sondern Bremse und Preistreiber der Energiewende. Heute tragen die privaten Haushalte und der Mittelstand fast allein die Lasten, die mit dem notwendigen Wandel einhergehen. Weder der CO2-Zertifikatehandel, noch die EEG-Umlage haben die Industrie angemessen belastet, auch sind die Zertifikate so billig, dass, die mit ihnen verbundenen Ziele nicht erreicht werden.

Als Gegenentwurf zum Radikalkapitalismus überreichte ich den Anwesenden den „Plan B“ unserer Fraktion. Er enthält progressive Vorschläge für einen sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft und ist auch im Internet zum Nachlesen und Mitdiskutieren eingestellt. (http://www.plan-b-mitmachen.de/)

Georg Kestel vom Bund Naturschutz, Kreisgruppe Deggendorf, ging in seinen Ausführungen auf die Situation vor Ort ein. Die Anwesenden begrüßten die Entwicklung grundsätzlich, stelltene aber auch fest, dass einzelne Projekte weniger der Energiewende dienten, als vielmehr der Profitmaximierung von Investoren, wie zum Beispiel beim Staubecken Riedel, das bereits aus den dreißiger Jahren stamme und fast ohne Anpassungen an heutige Umweltstandards umgesetzt werden sollte.

Auch der Bund Naturschutz unterstützt eine dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand, die lange Übertragungswege erspare. Man wird sich in Zukunft, wenn die Belastung durch den geplanten Donauausbau geringer werde, verstärkt mit diesem Thema beschäftigen und gerade bei der sich abzeichnenden verstärkten Nutzung der Windenergie, bei der Suche nach geeigneten und umweltverträglichen Standorten behilflich sein.

Im Gegensatz zur bayerischen Staatsregierung sieht er aber die Potenziale der Wasserkraft in Bayern als nahezu erschöpft an. „Hier geht es uns sogar mehr um einen Rückbau aber zumindest doch um eine naturverträglichere Umgestaltung zahlreicher Wasserkraftanlagen.“ Auch Biogasanlagen sehe man mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Nutzung von natürlichen Abfallprodukten wie Gülle oder Pflanzenresten ist durchaus positiv. Wenn aber ganze Landstriche wie im Rottal zu Monokulturlandschaften des Maisanbaus verkommen, um immer gigantischere Anlagen zu versorgen, dann überwiegen die Nachteile eindeutig.

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem der Umgang mit Menschen kritisiert die ihre Stromrechnungen nicht bezahlen können. 200.000 Haushalte in der Bundesrepublik sind inzwischen davon betroffen. Gerade in Haushalten mit Kindern führe dies zu untragbaren Zuständen, die nicht hinnehmbar sind.

Beim Kraftwerk Pleinting war man sich einig, dass ein Umbau zu einem Gaskraftwerk hier sehr sinnvoll wäre, die Betreiber aber wohl noch pokerten um sich den Umbau durch die Allgemeinheit versilbern zu lassen."

 

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