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Biologische Vielfalt schützen, Agrarwirtschaft sozial und nachhaltig gestalten

Im Wortlaut von Kirsten Tackmann,

Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage. Ihr Verlust bedroht uns alle. Deshalb gehört ihr Schutz zu den zentralen politischen Aufgaben. Das herrschende System der Ausbeutung von Mensch und Natur muss und wird scheitern. DIE LINKE will, dass für die Systemfehler und deren Korrektur diejenigen zahlen, die sie begangen, geduldet oder von ihnen profitiert haben.

Der Verlust biologischer Vielfalt ist nicht neu und weltweit nachgewiesen. Das Lebenserhaltungssystem der Erde beginnt zu kippen. Zu den Ursachen gehört neben Lebensraumverlusten durch Straßen- und Siedlungsbau oder Klimawandel auch die aktuelle Landbewirtschaftung als Folge eines falschen Agrarmodells.

Die unmittelbarste Folge für den Menschen hat der Verlust an bestäubenden Insekten, aber betroffen ist das gesamte Ökosystem. Studien zeigen, dass Gefahr im Verzug ist. Das Volksbegehren „Artenvielfalt in Bayern“ und ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern zeigen, wie wichtig immer mehr Menschen eine insektenfreundliche Landbewirtschaftung ist. 

DIE LINKE fordert schon lange, nicht nur Symptome, sondern die Ursache zu beseitigen: ein falsches Agrarmodell der EU und der Bundesrepublik, das strategisch auf Weltmarktexporte und möglichst viele und billige agrarische Rohstoffe setzt. Stattdessen will DIE LINKE Landwirtschaft wieder am Gemeinwohl und auf Versorgungssicherung orientieren. Dazu werden vor Ort verankerte Agrarbetriebe als Verbündete gebraucht. Sie dürfen nicht länger auf billige Rohstofflieferanten reduziert werden, die die Profite von Konzernen erarbeiten. Gegen deren erpresserische Marktübermacht müssen sie von Verbündeten in Politik, Verbänden und Wissenschaft geschützt werden. 

Wird nicht endlich gehandelt, wird das Insektensterben auch zur Bedrohung für Landwirtschaft und Gartenbau selbst, denn gut ein Drittel der Nahrungs- und Futtermittelproduktion sind auf ihre Bestäubung angewiesen. 

DIE LINKE fordert deshalb auch aus sozialer Verantwortung in ihrem Antrag „Gemeinsame Agrarpolitik ändern – Insektenfreundliche Landwirtschaft fördern“ (PDF) das unverzügliche Umsteuern der Agrarpolitik im Interesse der nachhaltig wirtschaftenden Agrarbetriebe. Die Politik muss zwingend Rahmenbedingungen schaffen, damit das Umsteuern nicht zum existenziellen Risiko für die Betriebe wird. 

Gebraucht werden regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsketten. Erzeugerpreise müssen auch dann kostendeckend sein, wenn nachhaltig produziert wird. Werden höhere Kosten auch von Verarbeitungs- und Handelskonzernen getragen, bleiben Lebensmittel bezahlbar. 

Die Agrarförderpolitik muss den sozial-ökologischen Wandel in der Landwirtschaft und in den ländlichen Räumen aktiv unterstützen. Eine naturgemäße Landbewirtschaftung, die Bevölkerung und Landwirtinnen und Landwirte ernährt, ist zum Wohl von uns allen.