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Arbeitsmarkt: Normalität nicht in Sicht

Nachricht von Susanne Ferschl,

7,5 Millionen Beschäftigte arbeiten in einem atypischen Arbeitsverhältnis. Auch wenn die Quote leicht rückläufig ist, ist dies jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland. Sie arbeiten befristetet, in Teilzeit bis 20 Stunden in der Woche, als geringfügig Beschäftigte oder in Leiharbeit.

Jeder fünfte Deutsche ist atypisch beschäftigt. Bei Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist es jeder Dritte. Vor 20 Jahren arbeiteten ca. 80 Prozent beider Gruppen in einem Normalarbeitsverhältnis. Während die Quote bei Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit  bei 79,6 Prozent liegt, ist sie bei Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit auf 64,8 Prozent abgesackt. So verwundert es nicht, dass 38 Prozent aller vollzeitbeschäftigten Ausländer zum Niedriglohn arbeiten, gegenüber 16,7 Prozent aller Deutschen.

Von den 32,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten 23,6 Millionen in Vollzeit.  Jeder Vierte in Teilzeit (9,3 Millionen). Die Zahl der in Teilzeit geleisteten Stunden hat sich in den letzten 20 Jahren auf 11,5 Milliarden Stunden verdoppelt. Das Arbeitsvolumen in Vollzeit liegt hingegen unverändert bei 40,7 Milliarden Stunden.

Susanne Ferschl kommentiert die Antwort [PDF] der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage wie folgt: "Schlechte Arbeit ist das Ergebnis der Agenda 2010. Von der Bundesregierung als Erfolg gefeiert, können viele Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben. Statt Beschäftigten weitere Unsicherheiten und Flexibilisierungen zuzumuten, brauchen wir in der Arbeitsmarktpolitik dringend eine Korrektur.

Viele Gesetze der Bundesregierung sind Dank der CDU zu reinen Placebos verkommen oder kommen erst gar nicht zustande. Weder wurde die Teilzeitfalle entschärft, die Leiharbeit eingedämmt, noch Befristungen zurückgedrängt. Die GroKo ist ein arbeitsmarktpolitischer Totalausfall.

Wir müssen Gewerkschaften stärken, denn gute Arbeit braucht den Schutz von Tarifverträgen. Befristungen, Leiharbeit und Hartz IV haben Arbeit und Menschen entwertet. Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft müssen wir der Profitgier der Unternehmen durch weitere Flexibilisierung und Deregulierung endlich eine Absage erteilen."

 

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