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Altötting zwischen Chemieunfall und Biolandwirtschaft

Im Wortlaut von Eva Bulling-Schröter,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Eva Bulling-Schröter beim Besuch des Remmelberger-Hofes im Landkreis Altötting

 

Von Eva Bulling-Schröter

 

Heute besuche ich  im Rahmen meiner Sommertour den Landkreis Altötting. Thema am Vormittag war das massive Fischsterben in der Alz vom Frühjahr des Jahres infolge eines Chemieunfalls.

Ein Vertreter des Bund Naturschutz Bayern, informierte mich vor Ort über den aktuellen Stand der Dinge. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig erklärte sich die Firma Infraserv, die für die Verseuchung der Alz während des Unfalls die Verantwortung trägt, bereit, in vollem Umfang Schadensersatz zu leisten. Mittlerweile sind  wieder die ersten Jungfische und Insektenlarven im Fluss zu sehen. Als Folge der Umweltkatastrophe ist auch die Renaturierung der unteren Alz wieder ins Gespräch gekommen. Viel Geld wird für die Erhaltung der ökologisch wertvollen "Brennen" (Trockenrasen) in den Auen notwendig sein.
Gegenüber der anwesenden Lokalpresse habe ich hier nochmals betont, wie wichtig die restlose Aufklärung des Vorfalls ist. Ein solcher Unfall darf sich nicht noch einmal ereignen, zumal alle technischen Voraussetzungen zu seiner Vermeidung gegeben waren. Über den selbstverständlichen Schadenersatz hinaus sollten die Planungen zur Renaturierung der Alz fortgesetzt und baldmöglichst umgesetzt werden.

Am Nachmittag besichtigten wir einen Biobauernhof. Der Hof der Familie Remmelberger in der Reit besteht schon 800 Jahre und ist seit 500 Jahren in Familienbesitz. Konkreter Anlass zur Umstellung auf die biologische Wirtschaftsweise war für den engagierten Landwirt die Verseuchung des Grundwassers mit Atrazin aus dem Maisanbau.
Der Hof betreibt Milchvieh-Wirtschaft und bezieht kein Futter ausländischen Ursprungs. Die Kühe stehen die meiste Zeit auf der Weide. Die Milch wird  von einem bekannten bayerischen Unternehmen vermarktet. Im Landkreis  Altötting ist der Anteil der Bio-Betriebe in der Landwirtschaft mit 10%  relativ hoch und könnte nach Meinung Remmelbergers durchaus noch größer  werden. Ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie das Lokalfernsehen waren ebenfalls zu Gast. Besondere Attraktion waren die jungen Kälber.

 

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