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Alleinerziehende nicht allein lassen!

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Die Arbeitsmarktlage von Alleinerziehenden bleibt weiterhin schwierig. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann, DIE LINKE, hervor. Demnach steigt zwar die Erwerbstätigkeit von Alleinerziehenden, doch viele sind von Armut betroffen, denn die Arbeitsförderung wurde drastisch abgebaut.

Immer mehr Alleinerziehende sind erwerbstätig. Im Jahr 2012 waren es 73,1 Prozent - ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber 2010. Verglichen mit Müttern in Paarfamilien sind alleinerziehende Mütter häufiger in Vollzeit tätig (34 Prozent zu 30 Prozent). Dennoch erhielten im Mai 2014 630.000 Alleinerziehenden-Haushalte Hartz IV-Leistungen. Das entspricht einem Anteil von 39 Prozent. Noch etwas mehr Alleinerziehenden-Haushalte sind armutsgefährdet. 2012 lag der Anteil mit 42 Prozent fast dreimal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung mit 15 Prozent.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einerseits sind viele erwerbstätige Alleinerziehende gezwungen, wegen Teilzeitarbeit oder zu niedriger Löhne ihr Haushaltseinkommen durch ergänzendes Arbeitslosengeld II (Hartz IV) aufzustocken. Im Februar 2014 waren das 216.000.

Anderseits nimmt seit einiger Zeit wieder die Zahl der arbeitslosen Alleinerziehenden zu. Im August 2014 waren es 281.000 – ein Plus von 18.000 oder 6,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Bedenklich ist vor allem die steigende Zahl langzeitarbeitsloser Alleinerziehender. Im August 2014 traf dies 127.000. Mit einem Anteil von 45 Prozent sind Alleinerziehende deutlich stärker von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als der Bundesdurchschnitt mit 37 Prozent.

Diese Entwicklung geht klar auf den drastischen Sparkurs in der Arbeitsmarktpolitik zurück. Von 2010 bis 2013 sank die arbeitsmarktpolitische Förderung von Alleinerziehenden um ein Drittel (-33%). Die Rückgänge betreffen insbesondere die Beschäftigungsförderung, aber auch Maßnahmen der beruflichen Bildung.

Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, fordert eine bessere Unterstützung der Alleinerziehenden ein:

„Die Alleinerziehenden dürfen nicht allein gelassen werden. Sie rackern sich ab, stecken aber oft wegen fehlender Unterstützung in Kleinstarbeitsverhältnissen fest oder müssen zu Niedriglöhnen arbeiten. Die Politik darf das nicht weiter hinnehmen.

Alleinerziehende benötigen mehr und bessere arbeitsmarktpolitische Förderung, nicht weniger. Die Große Koalition muss den Kahlschlag in der Arbeitsmarktpolitik beenden. Sie muss sich stärker dafür engagieren, dass der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in der Praxis tatsächlich eingelöst wird, am besten mit einem Ganztagsplatz. Öffentliche Dienstleistungen und Unterstützungsangebote in der Kinder- und Jugendhilfe sind auszubauen.

Nötig ist zudem, die Entlohnungsbedingungen zu verbessern. Ein Mindestlohn von 10 Euro, wie ihn DIE LINKE fordert, würde bei einer 30-Stunden-Woche reichen, um als Alleinerziehende mit einem Kind aus dem Hartz IV-Bezug heraus zu kommen. Das ist nicht zu viel verlangt.“

 

linksfraktion.de, 8. September 2014