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Sozialtourismus

Themenpapiere der Fraktion

Die soziale Spaltung der Gesellschaft schließt viele Menschen vom Tourismus und damit von der Teilhabe an Möglichkeiten der Erholung, Bildung, Kultur, Gesunderhaltung, des Sports und Naturerlebens aus. Die Zahl derjenigen Menschen in Deutschland, die im Jahr mindestens eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen unternommen haben, sinkt ständig.

In sieben von sechzehn Bundesländern wurden die Mittel zur Förderung der Familienerholung völlig gestrichen. 2009 waren Urlaubsreisen für mehr als ein Fünftel der Haushalte, in denen Kinder unter 16 Jahren lebten, finanziell unerschwinglich. Der Ausschluss vom Tourismus steht im Widerspruch zum Globalen Ethik-Kodex der Welttourismusorganisation (WTO). Dieser stellt „die Aussicht auf direkten und persönlichen Zugang zur Entdeckung und dem Genuss der Ressourcen des Planeten für alle Bewohner der Welt“ als ein Recht dar, „das allen Bewohnern der Welt gleichermaßen offen steht.“

Die Durchsetzung des Rechts auf Tourismus für Alle kann nur längerfristig verwirklicht werden. Die Durchsetzung von mittel- und kurzfristigen Lösungen im Rahmen des Sozialtourismus bringen jedoch für einen großen Teil der jetzt vom Tourismus Ausgeschlossenen bereits erhebliche Fortschritte. Die Linksfraktion fordert die Bereitstellung von mehr Mitteln zur Finanzierung des sozialen Tourismus in den nächsten Jahren, vor allem für Reisen von Kindern und Jugendlichen, Familien und Alleinerziehenden mit Kindern, für Senioren und für umfassende Barrierefreiheit. Notwendig ist ein ausreichendes Budget für Erholungsurlaub im Rahmen der Regelbedarfssätze des SGB II und XII sowie die Landesförderung für Familienreisen in allen Bundesländern. Richtig eingesetzt, können zusätzliche Mittel für sozialen Tourismus dessen ökonomische Effekte weiter erhöhen und Arbeitsplätze sichern. Gute Ausbildung und gute Arbeit müssen auch im Tourismus gesichert sein. Deutschlands touristisches Potential, aber auch seine Defizite beim Sozialtourismus erfordern aktive Mitarbeit in internationalen Organisationen. Die LINKE.  fordert von der Bundesregierung ein längerfristiges Programm für sozialen Tourismus,  in das u.a. auch folgende Aufgaben gehören:

  • Stärkung von Verantwortung und Kompetenzen des Bundes und Verbesserung der interministeriellen Zusammenarbeit sowie Durchsetzung einer einheitlichen statistischen Berichterstattung zur Entwicklung des Sozialtourismus
  • Aufbau einer wissenschaftlichen Begleitung der Entwicklung des Sozialtourismus und Aufnahme dieses Themengebietes in alle touristischen Aus- und Weiterbildungen an Universtäten, Hoch- und Fachschulen sowie im Rahmen der Berufsausbildung;
  • Mitarbeit von Institutionen der Bundesrepublik im Rahmen der ISTO (Internationale Organisation für Sozialtourismus)

Während SPD und Bündnis 90/Die Grünen dem Thema Sozialtourismus prinzipiell aufgeschlossen gegenüberstehen und eine Reihe von Forderungen der LINKEN unterstützen, lehnt die schwarz-gelbe Regierungskoalition dessen verstärkte Förderung mit dem Argument ab, dass in Deutschland bereits genügend auf diesem Gebiet getan wird.

 

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