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Schule

Themenpapiere der Fraktion

In der Schule verbringen Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihrer Zeit. Für DIE LINKE ist die Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum. Schule führt heute zu immer mehr Stress: nicht umsetzbare Lehrpläne, erschöpfte Schülerinnen und Schüler, genervte Eltern, frustrierte und überarbeitete Lehrerschaft und immer mehr Nachhilfe für diejenigen, die es sich leisten können. Deshalb müssen Schulen deutlich besser ausgestattet werden, als es derzeit der Fall ist. Zudem bietet das gegliederte Schulsystem mit 16 Untersystemen keine Antwort zur Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen und auf die Mobilitätsfrage. Doch derzeit darf sich der Bund in Bildungsfragen nicht einmischen und Bildung auch nicht mitfinanzieren, sehr zum Leidwesen der Länder und Kommunen. Durch die Föderalismusreform 2006 wurde dem Bund eine Kooperation mit den Ländern per Grundgesetz verboten. DIE LINKE tritt für eine Aufhebung dieses Verbots ein, damit der Bund sich wieder an der Bildungsfinanzierung beteiligen kann und mit den Ländern in der Bildung zusammenarbeiten kann.

Bildung darf keine Ware sein. Sie ist ein Menschenrecht und muss allen herkunftsunabhängig zustehen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern oder in welchem Bundesland man wohnt. Noch immer hat in Deutschland ein Kind aus einem Nicht-Akademikerhaushalt bei gleicher Intelligenz/Kompetenz eine drei Mal geringere Chance auf das Abitur als ein Kind aus einem Akademikerhaushalt. Das ist für uns nicht hinnehmbar.

DIE LINKE setzt sich für Gemeinschaftsschulen (eine Schule für alle) ein, in denen alle von der ersten Klasse bis zum Abitur ganztägig länger gemeinsam lernen können. In Berlin haben wir bewiesen, dass diese Schulen nicht nur die extreme Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Geldbeutel der Eltern abbauen. In einer guten Schule für alle  profitieren auch die leistungsstarken SchülerInnen von der individuellen Förderung.

Schulen sollen zum Lernen motivieren. Dafür braucht es eine bessere Betreuungssituation, in der Lehrerinnen und Lehrer auf individuelle Bedürfnisse eingehen können, und einen Ausbau der Mitbestimmungsrechte der Kinder und Jugendlichen, etwa durch Einrichtung einer anerkannten Interessensvertretung auf Bundesebene. Gute Schulen sind für DIE LINKE auch demokratische Schulen.

Eine besondere Herausforderung stellt seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen die Inklusion dar. Darin wird das Recht auf Bildung für alle nochmals verankert. Inklusion ist dabei für uns nicht einfach nur die Frage des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Behinderungen. Inklusion stellt einen Paradigmenwechsel dar. Die Politik muss die Bedingungen dafür schaffen, dass allen Kindern und Jugendlichen eine qualitativ gute und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Bildung an den Regelschulen ermöglicht wird. Jede Schule sollte alle Kinder dort abholen wo sie sind und zu bestmöglichen Abschlüssen führen.
 

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