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Nanostoffe

Themenpapiere der Fraktion

Nanostoffe sind Kleinstpartikel, die das Milliardstel einer normalen Größe ausmachen. Sie sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Nanogrößen von Stoffen entstehen auf natürlichem Wege oder werden künstlich erzeugt. Nanostoffe können nützlich sein, da sie helfen, Prozesse und Verfahren in der Industrie weiterzuentwickeln sowie Produkte mit neuen Eigenschaften zu versehen. Ein wichtiger Nutzen ergibt sich auch in der Medizin, wo die Diagnose und Therapie sowie das hygienische Umfeld verbessert werden können.

Für die Verbraucherinnen und Verbraucher hingegen ist der unmittelbare Mehrwert der Nanotechnologie bisher begrenzt. Ob ein nanospezifischer Zusatznutzen bei Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs in einem vernünftigen Verhältnis zu möglichen Risiken und Mehrkosten stehen wird, ist derzeit offen. So können Nanostoffe Organe schädigen und möglicherweise Krebs auslösen, warnt z.B. das Bundesinstitut für Risikobewertung. Die Erforschung und Bewertung gesundheitlicher und umweltbezogener Risiken, die von technisch bewusst erzeugten Nanostoffen ausgehen, ist bisher stark vernachlässigt worden. Zu Verbreitung, Giftigkeit und Umweltwirkung von technisch bewusst erzeugten Nanostoffen liegen kaum Erkenntnisse vor. Bei der Anwendung von Nanostoffen durch die Ernährungsindustrie steht der Verbraucherschutz noch am Anfang. Es fehlt an geeigneten Laborverfahren, um Nanozusätze im Essen untersuchen zu können.

Die Fraktion DIE LINKE vertritt daher folgende Positionen:

  • Der Einsatz von Nanostoffen wird erfasst und reguliert. Vorrang muss hier das Vorsorgeprinzip haben. Nur so kann den offenkundigen Risiken gegenüber Mensch und Umwelt angemessen begegnet und können unbegründete Ängste abgebaut werden.
  • Die Förderstruktur im Bundeshalt ist zugunsten eines vorsorgenden Gesundheits-, Umwelt- und Verbraucherschutzes und einer nachhaltigen Entwicklung neu auszurichten.
  • Bei bewusst erzeugten Nanostoffen muss eine unabhängige gesundheits- und umweltbezogene Risikobewertung durchgeführt werden, in deren Rahmen auch Grenzwerte der Exposition festgelegt werden müssen.
  • Der Einsatz von technisch neu erzeugten Nanostoffen und Nanomaterialien ist in Lebensmitteln und Lebensmittelbedarfsgegenständen sowie bei Bedarfsgegenständen für Kinder aufgrund der bisher bekannten Risiken bei einzelnen Nanostoffen vorsorglich zu verbieten.
  • Die Informationen zu registrierten Nanostoffen müssen den Hersteller, die nanospezifischen Eigenschaften, den Anwendungsbereich sowie die Ergebnisse der Risikobewertung umfassen und jederzeit öffentlich zugänglich sein.
  • Gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern sollen Produkte, die technisch neu erzeugte Nanopartikel beinhalten, im Hauptblickfeld des Produktes bzw. der Verpackung kenntlich gemacht werden. Der Zusatznutzen und die Unbedenklichkeit müssen belegt und in allgemein verständlicher Weise erläutert sein. Dabei sind bereits marktgängige Produkte einzubeziehen.

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