Schließen

Skip to main content

Minijobs

Themenpapiere der Fraktion

Minijobs sind unsicher, niedrig entlohnt und führen zu Minirenten. Mehr als 80 Prozent der Minijobbenden werden unterhalb der Niedriglohngrenze von 10,36 Euro pro Stunde entlohnt. Ihre Arbeitnehmerrechte auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Ähnliches werden häufig umgangen. Beschäftigte mit einem Minijob, offiziell geringfügig Beschäftigte genannt, sind zudem völlig unzureichend gegen soziale Risiken wie Arbeitslosigkeit oder Alter abgesichert. Geringfügig Beschäftigte sind daher in besonders hohem Maße von Altersarmut bedroht.

Zwei von drei Minijobs werden von Frauen ausgeübt. Sie können ihre Existenz mit einer solchen Beschäftigung nicht eigenständig sichern und sind somit auf ihren Partner oder ergänzende Sozialleistungen angewiesen. Durch geringfügige Beschäftigung wird ein überholtes Familienmodell mit dem Mann als Ernährer und der Frau als Zuverdienerin gefördert. Minijobs sind aus gleichstellungspolitischer Sicht ein Irrweg, denn die Frauen landen dadurch in einer beruflichen und biografischen Sackgasse mit hohen persönlichen Risiken. Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums sind Minijobs keine Brücke in reguläre Beschäftigung. Für mehr als drei Viertel der Frauen in Minijobs, die eine qualifizierte Berufsausbildung haben, ist dieser zu einer Dauererwerbsform geworden.

Bei den Minijobs handelt es sich in aller Regel um eine unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung. Zwei Drittel der Minijobberinnen würden die vereinbarte Arbeitszeit gerne deutlich ausweiten. Im Schnitt arbeiten Frauen 12,5 Stunden in einer geringfügigen Beschäftigung, die gewünschte Arbeitszeit liegt aber bei 20,5 Stunden.

Eine aktuelle Studie belegt zudem, dass mit Minijobs arbeitsrechtliche Standards ausgehöhlt werden: 30 Prozent der befragten Betriebe geben an, den Minijobbenden keinen Urlaub zu gewähren. Bei 40 Prozent gibt es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Von den Minijobbenden sagen sogar 65 Prozent, dass sie noch nie bezahlten Urlaub genommen haben.

SPD und Grüne haben mit den Hartz-Gesetzen die Grundlage für die rasante Ausbreitung der Minijobs gelegt. Fast fünf Millionen Beschäftigte müssen sich mittlerweile mit einem Minijob begnügen, der ihre Existenz nicht sichert. Weitere 2,5 Millionen üben einen Minijob als Nebentätigkeit aus, um ihre zu niedrigen Einkommen aus dem Haupterwerb aufzustocken. Das sind im Vergleich zu 2003 mehr als doppelt so viele. Da Minijobs sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verdrängen, wird es immer schwieriger, einen Arbeitsplatz zu finden, der gut entlohnt wird und von dem man leben kann.

DIE LINKE fordert die Gleichstellung von Minijobs mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Abhängige Beschäftigung soll ohne Ausnahme ab dem ersten Euro Entgelt der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Gleichzeitig muss ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn eingeführt und die öffentlichen, vor allem sozialen Dienstleistungen ausgebaut werden, um neue Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen.

Weiterführende Informationen zum Thema wie Parlamentarische Initiativen, Reden, Publikationen oder Pressemitteilungen finden Sie über unsere Suche.