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Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Themenpapiere der Fraktion

Der Begriff Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) beschreibt die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme. KWK spart viel Energie, weil die Technologie mit dem Heizen gleichzeitig auch Elektrizität erzeugt. Das ermöglicht Wirkungsgrade bis 90 Prozent. Umgekehrt produziert sie in einer stromgeführten Fahrweise nicht nur Elektrizität, sondern auch nutzbare Wärme, anstatt mit der Verbrennungshitze sinnlos Luft und Flüsse aufzuheizen. Kein Wunder, dass die KWK gerade in Kommunen stark verankert ist. Denn diese verfügen – wenn sie sich vom Privatisierungswahn ferngehalten haben – sowohl über Stromnetze wie auch über Wärmenetze und Wärmespeicher.

Die KWK ist ein wichtiger Eckpfeiler bei der Erhöhung der Umwandlungseffizienz in der Energieerzeugung. Sie muss deutlich ausgebaut werden, denn jede nicht verbrauchte Energieeinheit ist die preiswerteste. Dafür ist es wichtig, Wärmekonzepte überall dort zu erarbeiten, wo neue Gaskraftwerke oder Biogasanlagen gebaut werden. KWK ist zudem eine der preiswertesten Optionen, um den Energieverbrauch im Gebäudebestand zu senken.

Dennoch führt die Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland ein Mauerblümchen-Dasein. Dabei ist unbestritten, dass Klimaschutzziele ohne einen deutlichen Aus- und Neubau von KWK-Anlagen nicht erreicht werden können. Das hat die Bundesregierung aber nicht daran gehindert, ihr ursprüngliches Ziel, bis zum Jahr 2020 den Anteil des KWK-Stroms auf 25 Prozent zu verdoppeln, durch eine „Neudefinition“ auf unter 20 Prozent zu senken. Aber selbst dieses Ziel ist ohne zusätzliche Maßnahmen nicht zu schaffen. Gegenwärtig liegt der Anteil bei 16,2 Prozent an der Nettostromerzeugung, der Ausbau stagniert. Wir fordern daher, durch eine Ausweitung von Förderhöhe und Förderdauer von KWK-Anlagen im KWK-Gesetz, ausreichend Anreize für Neubauten und Modernisierungen zu setzen.

Besondere Bedeutung messen wir der Rolle dezentraler KWK-Anlagen im Rahmen der Energiewende zu. Denn die Verbindung zwischen Strom- und Wärmemarkt wird in Zukunft goldwert sein. Schließlich kann gerade die so genannte stromgeführte Fahrweise jene Flexibilität erzeugen, die dringend nötig ist: Ziehen Wolken über PV-Anlagen oder schläft der Wind, können KWK-Anlagen schnell nach oben fahren, um Strom zu liefern. Die dabei produzierte Abwärme fließt auch in Wärmespeicher. Die werden für Heizzwecke angezapft, wenn genug Ökostrom da ist und die KWK-Anlagen abgeschaltet bleiben können. Bei zeitweisem Überfluss von Ökostrom könnten sogar Heizpatronen aktiviert werden, die in Wasserspeichern aus Strom Wärme machen. Dieses medienübergreifende Geschäft wäre ein zentrales Zukunftsfeld für Kommunalbetriebe. Allerdings sollte dieses „Power to Heat“ erst dann größere Anwendung finden, wenn bundesweit regelmäßig relevante Ökostromüberschüsse anfallen, die nicht mehr zur Ablösung der klimaschädlichen fossilen Erzeugung verwendbar sind. Das ist heute noch nicht der Fall und wird erst in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre erwartet. Lokale Ökostromüberschüsse heutzutage sind vielmehr Folge von Netzengpässen (etwa durch mit Kohlestrom verstopfte Netze), die beseitigt werden müssen.

Mit der KWK verbunden sind die Sicherung und der Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen. Hier wird abzuwägen sein, in welchen Gebieten Groß-KWK und Fernwärme zukunftsträchtig sind, und in welchen eher viele kleine dezentrale Blockheizkraftwerke zum Einsatz kommen sollten. Schließlich verringert sich der Wärmebedarf infolge energetischer Sanierungen und demografischen Wandels. Insbesondere große Heiztrassen könnten als Fehlinvestitionen enden.

 

Zusätzliche Informationen bieten die Themen Erneuerbare Energien und Klimaschutz.


 

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