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Frauen und Entgeltgleichheit

Themenpapiere der Fraktion

Immer dann, wenn ein Mann einen Euro verdient, hat eine Frau 78 Cent. In der BRD liegt das Einkommen von Frauen weiterhin deutlich unter dem der Männer. So klafft zwischen den Geschlechtern eine Lohnlücke von durchschnittlich 22 Prozent. Deutschland zählt damit zu den Schlusslichtern in Europa. Männer und Frauen haben jedoch einen Rechtsanspruch auf gleiche Entlohnung bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit.

Die Gründe für eine geschlechtsspezifische Entgeltdiskriminierung sind vielfältig und durchgängig strukturell in unserer Gesellschaftsordnung verankert. Frauen sind durch tradierte Rollenbilder und die Zuweisung von Erziehungs- und Pflegearbeiten in der Familie nach wie vor weniger erwerbstätig als Männer. Bilden sie in einer Branche die Mehrheit, wird diese fast immer niedriger entlohnt. Zudem arbeiten Frauen öfter in Teilzeit oder in Minijobs. In Deutschland sind allein 65% der Werktätigen des Niedriglohnsektors weiblich.

Zu diesen Faktoren kommt eine direkte Entgeltdiskriminierung – noch immer werden Frauen bei gleicher Tätigkeit in niedrigere Lohn- und Gehaltsgruppen eingeordnet, sie werden bei Beförderungen und Sonderzulagen benachteiligt oder gar nicht erst gefragt. Da es keine Gesetze für Mindestquotierungen der Geschlechter gibt, kommen Frauen sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Sektor nur zu einem sehr geringen Anteil in Führungspositionen. Diese Faktoren summieren sich, so dass am Ende eines Lebens die Frauen niedrigere Renten als Männer erreichen und als Rentnerinnen oft arm sind. Aus der Lohnlücke von 22% wird eine Rentenlücke von 58 Prozent.

Dagegen setzt DIE LINKE. die Forderung nach „Gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“. Daran anschließend haben wir ein gleichstellungspolitisches Gesamtpaket zur Erreichung geschlechtsspezifischer Entgeltgleichheit erarbeitet.

Dieses umfasst

  • einen gesetzlich verbindlichen und flächendeckenden Mindestlohn von 10 Euro (im Gegensatz zu der Forderung von Rot-Grün nach 8,50 Euro und der Weigerung der CDU/CSU eine Höhe für den Mindestlohn festzulegen)
  • ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft mit einer Frauenquote von mindestens 50 Prozent (im Gegensatz zur 40 Prozentforderung von Rot-Grün, der freiwilligen Flexiquote der CDU/CSU und der strikten Ablehnung einer Quote durch die FDP)
  • die Gleichstellung von Minijobs (als zentrale Stützpfeiler des Niedriglohnsektors) mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit
  • die umfassende Verankerung eines EU-Recht-konformen Lohnmessinstrumentes (z.B.eg-check)
  • ein eigenständiges (erweitertes) Verbandsklagerecht, so dass Frauen ihre Rechte nicht allein einfordern müssen
  • die explizite Verankerung des Grundsatzes der gleichen Bezahlung bei gleicher und gleichwertiger Arbeit im AGG
  • ein Entgeltgleichheitsgesetz, welches die letzten drei Forderungen integriert und greift, wenn Frauen am gleichen Arbeitsplatz in eine niedrigere Lohn- bzw. Gehaltsgruppe eingestuft werden („gleiche Arbeit“). Auch die Analyse bestehender Tarifverträge und die Entwicklung diskriminierungsfreier Eingruppierungsregelungen („gleichwertige Arbeit“) sollen hier verankert werden.
  • die Aufwertung von Niedriglohnzeiten, Kindererziehung und Pflege sowie eine solidarische Mindestrente, damit Frauen im Alter nicht arm sind.

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