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Feinstaub

Themenpapiere der Fraktion

Als Feinstaub bezeichnet man kleine, in der Luft schwebende Partikel, deren Durchmessser weniger als zehn Mikrometer (0,01 Millimeter) beträgt. Diese für den Menschen unsichtbaren Teilchen werden über die Atemluft aufgenommen und können auf diese Weise tief in die Lungen und den Körper vordringen. Erst seit wenigen Jahrzehnten mehren sich die Erkenntnisse über die hiermit verbundenen gesundheitlichen Gefahren. Belastungen durch Feinstaub können Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen oder sogar Lungenkrebs auslösen. Daran sterben jedes Jahr viele tausend Menschen. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehen davon aus, dass Feinstaub in der Luft die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland um etwa zehn Monate verkürzt.

Man unterscheidet zwischen natürlichem und vom Menschen verursachtem Feinstaub. Natürlicher Feinstaub entsteht zum Beispiel durch Vulkanausbrüche oder Waldbrände. Da sich natürliche Feinstäube, die von Winden weit transportiert werden können, nicht vermeiden lassen, müssen sich alle Anstrengungen auf die Vermeidung der vom Menschen verursachten Feinstaubbelastungen konzentrieren. Die größten Verursacher von Feinstaub in Deutschland sind die Industrie und der Verkehr. Letzterer ist insbesondere in Innenstädten, wo es in der Regel keine Industriebetriebe gibt, dafür aber viele Menschen wohnen, problematisch. Die für die Feinstaubbelastung geltenden Grenzwerte werden dort regelmäßig überschritten. Ein Großteil der Gesamtbelastung stammt dabei aus den Abgasen der Dieselfahrzeuge. Die durch den Verkehr verursachte Aufwirbelung auf den Straßen und der Abrieb von Reifen und Bremsen tragen ebenfalls zur Feinstaubentwicklung bei.

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Urteil die Rechte der Bürgerinnen und Bürger im Kampf gegen den gesundheitsgefährdenden Feinstaub und andere gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Stickoxide gestärkt. Betroffene können vor Gericht die zuständigen Behörden zur Erstellung eines Aktionsplans mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen zwingen.

Die Feinstaubbelastung muss reduziert werden, vor allem dort, wo Menschen wohnen. Die Grenzwerte für Feinstaubemissionen durch die Industrie und durch Kraftwerke müssen erheblich verschärft werden. Die Belastung durch den Straßenverkehr muss besonders in Innenstädten so weit wie möglich verringert werden. Nur so kann man den Gesundheitsgefahren für Anwohnerinnen und Anwohner entgegenwirken. Deswegen begrüßt die Fraktion DIE LINKE grundsätzlich die Einrichtung von Umweltzonen in Innenstädten. Diese wirken sich nachweislich positiv auf die jeweilige Luftqualität aus.  Auch die Nachrüstung von Pkw und Kleinlastern mit Dieselrußfiltern muss zeitlich unbegrenzt und in weiterem Umfang als bisher steuerlich gefördert werden. 

Zusätzliche Informationen bieten die Themen Umweltzonen und Umwelt.

 

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