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Exzellenzinitiative

Themenpapiere der Fraktion

Die Exzellenzinitiative wurde 2004 von der SPD entwickelt, 2006 unter Schwarz-Rot gestartet und sollte eine kleine Anzahl deutscher Universitäten in die globale Spitzenliga bringen. Wir haben diesen Wettbewerb schon zu rot-grünen Zeiten als falsches förderpolitisches Signal abgelehnt.

Die Gründe waren:

  • Wenige akademische Leuchttürme auf Kosten der Verbesserung in der Fläche
  • Keine nachhaltige Hochschulentwicklung (z.B. beim Personal) wegen lediglich
  • fünfjähriger Projektdauer
  • Keine Verbesserungen für die Lehre und die Studierenden
  • Fachhochschulen formal und kleine Universitäten faktisch vom Wettbewerb ausgeschlossen

Die Erfahrungen zeigen zudem, dass die Initiative zu einer inneren Entdemokratisierung der Universitäten durch neue informelle Managementstrukturen geführt hat. Die Zukunftskonzepte, mit denen sich die Hochschulen für den Titel Eliteuniversität bewerben, kommen nicht demokratisch zustande, sondern werden von Stäben der Präsidien und Rektorate oder gar von privaten PR-Agenturen ausgearbeitet. Gewählten Gremien werden häufig nur rudimentär beteiligt, obwohl es um die zentrale Planung für die weitere Entwicklung und Schwerpunktsetzung der ganzen Hochschule geht. Die Konkurrenz zwischen den Hochschulen um die Fördergelder setzt die Hochschulen unter Druck, schnell Entscheidungen treffen zu können und die Kompetenzen der Universitätsleitungen zu erweitern.

Die aktuelle Debatte über eine mögliche dauerhafte Förderung einzelner elitärer Hochschulen durch den Bund zeigt, dass eine Politik, die die Bundesländer und die einzelnen Universitäten in einen Konkurrenzkampf zueinander setzt, das Gesamtsystem nicht stärkt. Völlig offen bleibt, wie sich die vielen Universitäten und Hochschulen entwickeln, die nicht für die Bundesförderung vorgesehen sind.

Diese Gründe sprechen auch heute gegen eine Verlängerung oder gar Verstetigung, wie sie SPD und CDU derzeit diskutieren. DIE LINKE will die Exzellenzinitiative ersatzlos auslaufen lassen. Die Fraktion DIE LINKE hat Vorschläge für eine dauerhafte Absicherung von Universitätshaushalten in Kooperation von Bund und Ländern entwickelt.

Positiv sehen wir einige Erfahrungen in den ersten beiden Förderlinien der Graduiertenschulen sowie der so genannten Exzellenzcluster, etwa eine gute Unterstützung für Promovierende sowie interdisziplinäre Ansätze in Forschungsverbünden. Diese positiven Seiten der Exzellenzinitiative etwa in der Nachwuchsförderung oder der interdisziplinären Projektförderung könnten in Programmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Dauer gestellt werden.

 

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