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Klimaschutz

Themenpapiere der Fraktion

Der vom Menschen verursachte Klimawandel schreitet voran. Schon jetzt sind die Lebensgrundlagen von Menschen in vielen Regionen der Welt bedroht. Unter den sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels leiden zuallererst die Armen. Das gilt insbesondere für große Teile der Bevölkerung in den Ländern des globalen Südens. Sie leben zugleich in den Staaten, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. In der Folge werden, etwa durch Dürren, Überschwemmungen und Versalzungen, bestehende regionale Konflikte verschärft und neue provoziert. Insofern ist die hauptsächlich von den Industriestaaten verursachte Erderwärmung auch eine Aggression gegen den Süden. Sie zerstört zudem einzigartige Ökosysteme, viele davon unwiederbringlich.

Um die Erderwärmung in beherrschbaren Grenzen zu halten, muss das Wachstum des globalen Treibhausgas-Ausstoßes noch in diesem Jahrzehnt gestoppt werden. Anschließend müssen die Emissionen kontinuierlich sinken. Zahlreiche Studien belegen, dass ein Umsteuern technisch möglich und angesichts der dramatischen Folgen der Erderwärmung ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft und humanistischer Prinzipien ist.

Aufgrund seines hohen Treibhausgas-Ausstoßes hat Deutschland eine besondere Verantwortung, im Klimaschutz voranzuschreiten. Mit einem jährlichen Ausstoß von etwa 11 Tonnen CO2-Äquivalenten je Einwohner*in Deutschlands liegt er fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt (6,4 Tonnen). Er beträgt gleichzeitig rund das Fünf- bis Zehnfache der pro-Kopf-Emissionen vieler lateinamerikanischer oder afrikanischer Länder. Gleichwohl die Treibhausgasemissionen hierzulande zwischen 1990 und 2016 um 28,5 Prozent gesenkt wurden, liegt die Bundesrepublik mit einem Gesamtausstoß von gut 900 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf Platz sechs der weltweit größten Klimaverschmutzer. Zuletzt stiegen die Emissionen sogar wieder an, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Der Kohleausstieg wird verschleppt, der Treibhausgas-Ausstoß des Güter- und Flugverkehrs kennt nur eine Richtung – nach oben. Und alle Jahre wieder blockiert die Bundesregierung in Brüssel anspruchsvolle EU-Klimaschutzstandards: sei es bei CO2-Grenzwerten für Neuwagen oder Energieeffizienzauflagen für die Industrie.

DIE LINKE. im Bundestag fordert: Deutschland muss seinen Beitrag dazu leisten, die weltweite Erderwärmung gemäß dem Übereinkommen von Paris deutlich unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Wir wollen, dass die Bundesrepublik den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringert, bis 2030 um 60 Prozent und bis 2050 um 95 Prozent.. Deutschland muss dafür zügig aus der Kohle ausstiegen und eine Energiewende hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bei gleichzeitig sparsamerem Umgang mit Energie vorantreiben. Eine solche Energiewende ist ein Beitrag zum globalen Klimaschutz und verringert die Importabhängigkeit von Öl und Gas, die zur Neige gehen. Dadurch wird die regionale Wirtschaftsentwicklung gefördert, und es werden Arbeitsplätze geschaffen.

Konsequenter Klimaschutz ist aber zuallererst ein Akt internationaler Solidarität mit den am meisten vom Klimawandel betroffenen Menschen. Und er sorgt dafür, dass unsere Enkel und Urenkel auch noch die verbliebenen atemberaubenden Schönheiten der Natur erleben können. Wir dürfen nicht zulassen, dass das kapitalistische Wirtschafts- und Konsumsystem deren Lebensgrundlagen in wenigen Jahrzehnten unwiederbringlich zerstört.

 

Zusätzliche Informationen bieten die Themen Emissionshandel, Energiewende und Verkehrspolitik.

 


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