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Biokraftstoffe

Themenpapiere der Fraktion

Biokraftstoffe (oder Agrokraftstoffe) sind aus der landwirtschaftlicher Erzeugung gewonnene Kraftstoffe.. Dazu gehören Pflanzenöl, zu „Biodiesel“ chemisch verarbeitete Pflanzenöle, Bioethanol aus pflanzlicher Stärke oder Zucker und Biogas aus der landwirtschaftlichen Biogasgewinnung. Die in Deutschland und Europa vorwiegend angebauten Kulturen für die Agrokraftstoffe sind Raps, Zuckerrüben, Getreide und Mais. Die in der Biokraftstoffverordnung geregelten Beimischungsquoten für Biokraftstoffe sind bereits heute so hoch, dass sie ohne Importe nicht zu erfüllen sind. Agrokraftstoffe sind zum Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor umstritten. Weder kann die beabsichtigte Minderung an Treibhausgasfreisetzung erreicht werden, noch führen Biokraftstoffe merkbar zu einer Reduzierung des fossilen Treibstoffverbrauchs. Negative Effekte der Importe von Biokraftstoffen sind zudem die massive Änderung der Flächennutzung in Drittländern, vor allem in Asien und Lateinamerika. Damit können massive soziale oder ökologische Schäden verursacht werden. Die EU–Kraftstoffimporte führen z.B. direkt oder indirekt zur Vernichtung von Urwäldern (z. B. durch den Anbau von Ölpalmen) und tragen in vielen Ländern zur Vertreibung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Indigenen bei.

Unsere Vorschläge:

  • Abschaffung der Beimischungsquoten für Biodiesel und Ethanol:
    Die Beimischung verursacht die Abhängigkeit der Agrartreibstoffproduktion von den Strukturen der fossilen Energiekonzerne und widerspricht dem Prinzip ihrer regionalen Erzeugung und Nutzung. Damit schadet sie auch der Effizienz und den Entwicklungsmöglichkeiten der Branche. Agrokraftstoffquoten führen zu ökologisch und sozial nicht verantwortbaren Import von Biokraftstoffen. Pflanzenöl muss stattdessen als Rein-Kraftstoff gestärkt werden, um auch regionale Wirtschafts-Kreisläufe und regionale Wertschöpfung zu fördern.
  • Importverbot von Biokraftstoffen aus Drittländern:
    Die Mineralölkonzerne decken heute einen Großteil der Beimischungsquoten über importierte Agrotreibstoffe aus Drittländern ab. Dort werden sie aus Zuckerrohr oder Palmöl hergestellt. Diese ökologisch und sozial fatalen Importe müssen durch ein Importverbot gestoppt werden.
  • Pflanzenöl als Rein-Kraftstoff wieder etablieren:
    Insbesondere in den Bereichen, in denen kohlenstoffbasierte Kraftstoffe nur schwer zu ersetzten sind (z.B. Land- und Baumaschinen) sollten landwirtschaftlich gewonnene Kraftstoffe konzentriert werden. So müssen Investitionsanreize für die Agrarwirtschaft  geschaffen werden, um Pflanzenöl in Land- und Forstmaschinen zu verwenden, z. B. durch ein Marktanreizprogramm.  Pflanzenöl muss dabei steuerfrei bleiben, während die Steuerrückvergütung für fossilen Agrardiesel schrittweise gesenkt werden sollte.
  • Verwendung von Biogas im Verkehrsbereich unterstützen:
    Biogas hat im Vergleich zum Pflanzenöl oder Ethanol eine höhere Effizienz im Verkehrssektor und kann hier (neben der noch wichtigeren Verkehrsreduktion) in bestimmten Grenzen einen Beitrag leisten,  fossile Treibstoffe zu ersetzen.

Weiterführende Informationen zum Thema wie Parlamentarische Initiativen, Reden, Publikationen oder Pressemitteilungen finden Sie über unsere Suche.

 

Informieren Sie sich über unsere Ideen zum sozial-ökologischen Umbau PLAN B.

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