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Bioenergie

Themenpapiere der Fraktion

Die fossilen Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und wachsen nicht nach. Mittel- und langfristig steigen die Energiepreise, insbesondere auch die Preise für Benzin und Diesel. Als alternativer Energieträger scheinen „Bioenergien“ einen Ausweg aus der Sackgasse zu bieten. Jedoch: Für die Nutzung von Bioenergie stehen in Deutschland und Europa nur begrenzte Anbauflächen zur Verfügung. Nur ein Bruchteil der von der Bundesregierung und der EU angestrebten Biosprit-Anteile kann daher über die vorhandenen Flächen nachhaltig erzeugt werden. Die überhöhten Ziele werden nur erreicht, wenn auf Monokulturen und massive Importe von Agrarkraftstoffen gesetzt wird. Das aber führt zu einer Verschärfung globaler Probleme. Dabei werden Umwelt- und Sozialstandards außer Acht gelassen. In den Ländern des Südens werden dadurch Regenwaldrodungen oder Vertreibungen von Kleinbauern zur Regel. Der Anbau von Energiepflanzen steht oftmals in Konkurrenz zum Anbau von Pflanzen für die Nahrungsmittelproduktion. Ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltig angebaute Energiepflanzen ist nicht kontrollierbar und wird kaum greifen.

Unter den Gesichtspunkten des Klimaschutzes und der Energieeffizienz sollte künftig bei der energetischen Verwendung von Biomasse verstärkt auf Biogas gesetzt werden. Es kann sowohl für die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme als auch in Fahrzeugen eingesetzt und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Die eingesetzte Biomasse wird dabei dreimal wirksamer genutzt als beim Biosprit. Die Produktion von Pflanzenölen und Biodiesel macht nur in regionalen Kreisläufen für den Eigenbedarf in der Landwirtschaft oder bei Busunternehmen vor Ort Sinn.

Der massive Einsatz von Biosprit ist hingegen eine Sackgasse. Die Umstellung der Rohstoffbasis für die Spriterzeugung muss Hand in Hand gehen mit einer Wende in der Verkehrspolitik, die zu sinkendem Bedarf beiträgt. Ein nutzerfreundlicher öffentlicher Nahverkehr und eine attraktive Bahn müssen geschaffen werden. Steigende Benzinpreise können nicht durch den wachsenden Einsatz von Bio-Sprit aufgefangen werden. Bereits der Versuch verschärft die weltweiten Probleme in der Nahrungsmittelproduktion.

DIE LINKE fordert eine grundlegende Überprüfung der deutschen und europäischen Biosprit-Ziele. Die überhöhten Quoten gehen zu Lasten von Natur und Klimaschutz. Sie sind nur durch hohe Importe zu erfüllen. Notwendig ist hingegen ein Importverbot für Agroenergien und die Beschränkung auf einheimischen Anbau. In Deutschland muss die Bioenergie-Förderung konsequent am Klimaschutz ausgerichtet werden. Das heißt im Zweifel: kein Strom aus Palmöl. Und: Biogas statt Biosprit.
 

Zusätzliche Informationen bieten die Themen Energiepolitik, Erneuerbare Energien, Klimapolitik, Landwirtschaft und Verkehrspolitik.

 

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