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Berufsausbildung

Themenpapiere der Fraktion

Immer mehr Jugendliche suchen vergeblich nach einem Ausbildungsplatz. Nur noch jedes vierte Unternehmen bildet aus. Mehr als 300.000 Bewerberinnen und Bewerber sind bereits seit über einem Jahr auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Hunderttausende junge Menschen befinden sich in Warteschleifen ohne berufliche Perspektive. Die Große Koalition fragt deshalb erst gar nicht nach der Qualität der Ausbildung. Dabei müsste sie hier dringend handeln. Viele Auszubildende werden als billige Arbeitskräfte missbraucht, die fachliche Anleitung ist mangelhaft und Ausbildungspläne werden nicht eingehalten. Die Vergütung der Ausbildung reicht in einigen Branchen nicht einmal für den nötigen Lebensunterhalt, viele schulische Ausbildungen kosten sogar Gebühren. Davon sind insbesondere Frauen betroffen, etwa in den Berufen des Gesundheitswesens. Junge Migrantinnen und Migranten haben kaum Chancen auf eine Ausbildung.

Doch die Bundesregierung weigert sich beharrlich, die Unternehmen per Gesetz zur Ausbildung zu verpflichten. Stattdessen hält sie an dem mit den Arbeitgebern geschlossenen Ausbildungspakt fest. Damit setzt sie lediglich auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft und macht Ausbildung konjunkturabhängig. Die Zahlen zeigen: Dieser Pakt ist ein Scheitern in Serie. Angesichts der Wirtschaftskrise konnten sich die Paktpartner in diesem Jahr erstmals noch nicht einmal auf ein gemeinsames Ziel für das Ausbildungsplatzangebot einigen. Die verfehlte Finanzmarktpolitik der letzten Jahre wird damit auf dem Rücken der Jugendlichen abgeladen.

Die Notprogramme, mit denen die Bundesregierung reagiert, werden allzu oft zu Abstellgleisen für benachteiligte Jugendliche. Die Qualität der Ausbildung kommt immer mehr unter die Räder. Schmalspurausbildungen sind keine Lösung, sondern führen vielfach direkt in den Niedriglohnsektor und verschärfen damit das Problem. Mit der Politik von CDU und SPD wird die Ausbildungsmisere auf dem Rücken der Jugendlichen ausgetragen.

Die Berufswahl prägt den Lebensweg wie kaum eine andere Entscheidung. Die Politik muss deshalb die Voraussetzungen dafür schaffen, dass junge Menschen ihre Berufswünsche auch verwirklichen können. Die Fraktion DIE LINKE tritt gemeinsam mit den Gewerkschaften für eine Ausbildungsplatzumlage ein. Statt wirkungsloser Versprechen bedarf es endlich bindender Gesetze. Alle Betriebe, die sich nicht an der Ausbildung junger Menschen beteiligen, sollen in einen Fonds einzahlen. Wer ausbildet, erhält hieraus Unterstützung. Die Fraktion DIE LINKE kämpft für das Recht aller Jugendlichen auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Sie tritt ein für einen besseren Jugendarbeitsschutz und für mehr Mitbestimmung in den Betrieben und Berufsschulen sowie in über- und außerbetrieblichen Ausbildungsstätten. Damit alle Auszubildenden sich eine eigenständige Lebensführung leisten können, sind höhere Ausbildungsvergütungen und eine bessere Ausbildungsförderung notwendig.

 

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