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Wieder selbstbestimmt Leben

erschienen in Lotta, Ausgabe 12,

Angebote von Stop-Stalking und dem bundesweiten Hilfetelefon

Nach jahrelangem Streit beschloss der Bundesrat Ende 2016, dass hartnäckiges Nachstellen, permanente Telefonanrufe, die Flut von E-Mails oder andere Belästigungen von Menschen eine Straftat darstellen. Doch bis es zur Anzeige kommt, kann viel Zeit vergehehen. Denn Stalking verunsichert zunächst, schränkt extrem die Lebensqualität ein und geht bis dahin, dass viele Frauen sich kaum oder gar nicht mehr aus dem Haus trauen. 80 Prozent der Verfolgten sind weiblich, und schon lange ist Stalking kein sogenanntes Prominentenproblem mehr, sondern alltäglich. Hilfe für Betroffene bietet bespielweise der Verein Stop-Stalking in Berlin an. Das Credo: »Niemand muss sich alles gefallen lassen!« Kontakt kann entweder telefonisch oder per E-Mail aufgenommen werden. Das Angebot ist kostenfrei, die Beratungen vertraulich und auf Wunsch werden weiterführende Hilfen empfohlen. Ein Rat beispielsweise ist, Öffentlichkeit herzustellen. Freunde, Nachbarn, die Familie oder Kollegen zu informieren. Das Wichtigste aber: Stop-Stalking begleitet und unterstützt Stalkingopfer. Wenn nötig wird engmaschig mit der Polizei und der Amtsanwaltschaft kooperiert. Denn der Schutz und die Stabilität der Betroffenen stehen an erster Stelle.

Eine weitere Hilfe ist das seit 2013 eingerichtete bundesweite Hilfetelefon für Frauen in Not. Das Hilfetelefon »Gewalt gegen Frauen« steht 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr und kostenfrei zur Verfügung. Es bietet Frauen, die Gewalt erfahren, die Möglichkeit, »sich zu jeder Zeit anonym, kompetent, sicher und barrierefrei beraten zu lassen«. Beraten wird in 15 Sprachen, Frauen aller Nationalitäten, mit oder ohne Behinderung können das Angebot nutzen. Ebenso Angehörige, Freundinnen und Freunde. Unter der Nummer 08 000 116 016 sind Beraterinnen kostenfrei zu erreichen, sie nehmen sich Zeit, hören zu und ermitteln gemeinsam mit den Ratsuchenden Frauen, was das konkrete Anliegen ist und wie sie bestmöglich unterstützt werden können. Die Beratung ist freiwillig und ergebnisoffen. Denn Gewalt gegen Frauen hat viele Facetten und betrifft Frauen in allen sozialen Schichten und allen Altersgruppen, aber »Gewalt ist nie in Ordnung! «. Darum wird den Frauen zunächst und zuallererst vermittelt, »dass es ist nicht ihr Fehler oder ihre Schuld ist, wenn sie Opfer von Gewalt werden. Und dass es Auswege aus der Gewalt gibt«.

Gisela Zimmer

Mehr unter:

www.stop-stalking-berlin.de

 www.hilfetelefon.de