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Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Von Gregor Gysi, erschienen in Klar, Ausgabe 18,

Emmely hat gesiegt. Davor habe ich großen Respekt.

Jedes Jahr geht es tausenden Beschäftigten wie Emmely: Sie werden rausgeschmissen, nur weil sie von ihrem Arbeitgeber verdächtig werden, ihre Pflichten verletzt zu haben. Der Erfolg von Emmely wird hoffentlich viele Menschen ermuntern, ihre Rechte einzufordern.

Für DIE LINKE ist Emmelys Kampf eine Aufforderung, bei ihrem Einsatz für gute Arbeitsbedingungen nicht nachzulassen.Natürlich können Unternehmen von ihren Beschäftigten ehrliches Verhalten verlangen. Aber das berechtigt die Unternehmen nicht, im Falle einer geringen Pflichtverletzung eine fristlose Kündigung auszusprechen.

Verdachtskündigungen sind häufig ein Trick, mit dem sich Unternehmen teurer, älterer oder widerständiger Beschäftigter entledigen und auf diese Weise den Kündigungsschutz umgehen.

DIE LINKE fordert, den Kündigungsschutz auszubauen.Es muss Schluss sein mit fristlosen Kündigungen wegen Verdachts und Kleinigkeiten.

Bislang haben Kanzlerin Merkel (CDU), aber auch SPD und Grüne ihren bedauernden Worten für die Kündigung von Emmely keine Taten folgen lassen. Im Bundestag haben sie wiederholt Anträge der Fraktion DIE LINKE zur Verbesserung des Kündigungsschutzes abgelehnt.

So dürfen Unternehmen auch weiterhin auf den bloßen Verdacht hin kündigen. Das ist unverantwortlich. Darum wird sich DIE LINKE weiterhin gemeinsam mit den Gewerkschaften für gute Arbeit und Kündigungsschutz einsetzen.

 

Gregor Gysi ist Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

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