Ich brauche sie nicht. Sie brauchen sie nicht; keiner bedroht unsere Sicherheit. Wenn Deutschland sich weltweit für friedliche Konfliktlösungen und soziale Gerechtigkeit einsetzen würde, lebten alle besser und sicherer. Wenn aber deutsche Soldaten als Teil der NATO-Truppe in Afghanistan Krieg führen, deutsche Tornados Bombenabwurfziele ausmachen und also dadurch Menschen umkommen, kann der Terror, der angerichtet wird, auch auf Deutschland zurückschlagen. Die als »Krieg gegen den Terror« bezeichnete Strategie und Praxis der NATO haben im Irak und in Afghanistan Hunderttausenden Menschen Leben oder Gesundheit geraubt, sie zu Flüchtlingen gemacht und so dem Terrorismus neue Menschen zugeführt. Die Zeitung »Das Parlament«, intim mit dem Bundestag verbandelt, schreibt: »… deutsche und NATO-Fahnen wehen am Hindukusch, und das Militärbündnis, das früher Divisionen zur Verteidigung der norddeutschen Tiefebene bereithielt, kämpft heute gegen einen Feind neuer Qualität: den Terrorismus. Dabei spielen Schlachtpläne keine Rolle mehr, sondern es geht um die Sicherung von Verkehrswegen und Rohstoffquellen …« Wo vom Krieg gegen den Terror gesprochen wird, geht es um Öl, Gas und Wasser, um Handelswege und die Verteilung der knapper werdenden Naturressourcen. Dafür braucht man die NATO. Die Rüstungsindustrie braucht die NATO, fette und sichere Gewinne winken. Der Staat als sicherer Auftraggeber lenkt unsere Steuern in die Taschen der Konzerne. Das Geschäft mit dem Tod blüht. In Kriegen werden Waffen und Munition verbraucht, neue getestet und Rüstung begründet. Ein Teufelskreis. Die Rüstungsindustrie braucht die NATO, und die NATO braucht die Rüstungsindustrie. Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Da Sie und ich keine Rüstung produzieren, brauchen wir die NATO nicht. Unsere Steuern könnten besser ausgegeben werden. »Bildung statt Bomben« ist hochaktuell.
Wer braucht die NATO?
erschienen in Clara,
Ausgabe 12,
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