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Weibliche Energie versus Atomkraft

erschienen in Querblick, Ausgabe 12,

Vor knapp einem Jahr startete »genanet« – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit – die Kampagne »Dranbleiben! Frauen wollen den Atomausstieg«, mit der Frauen aufgerufen wurden, ihre Stimme gegen die Atomenergie zu erheben. Denn Tatsache ist: Frauen verfügen über eine höhere Risikosensibilität, und ihre Sichtweise ist oft sehr viel vorsorgender als die der Männer. Dieses Potenzial wird noch immer nicht wirklich genutzt, geschweige denn ausgeschöpft. Geschlechtergerechtigkeit bei der Planung nachhaltiger Energieversorgung und beim Klimaschutz bleibt eine Herausforderung. Weltweit sind es mehrheitlich Frauen, die sich kritisch mit der Atomenergie auseinandersetzen, die für eine Einschränkung des Energieverbrauchs und für eine risikolose, umweltschonende Energieversorgung kämpfen.

Im europäischen Durchschnitt sind nur ein Drittel der Frauen, aber 54 Prozent der Männer für die Nutzung der Atomenergie. Dabei spricht vieles dagegen: die riskanten Atommülltransporte die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage, die immer wieder auftretenden »Störfälle« mit ihren katastrophalen Folgen für die Umwelt.

Insbesondere nach der Explosion und damit dem Super-Gau im sowjetischen Atomreaktor Tschernobyl im Jahre 1986 waren es überwiegend Frauen, die aktiv wurden, die sich verbündeten und gemeinsam den Kampf gegen die Atomlobby – die eindeutig von Männern dominiert ist – aufnahmen. Vielerorts gründeten sich Gruppen, eine der bekanntesten ist die Initiative »Mütter gegen Atomkraft«. Sie ist eine tragende Säule im Protest gegen die Risikotechnologie Atomkraft.
Tatjana Behrend

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