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Was sagt DIE LINKE?

erschienen in Lotta, Ausgabe 2,

Luc Jochimsen zur Situation der Künstlerinnen und Künstler

Wo wären die Frauen in der Kunst ohne die Anstöße der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts und der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts und deren Durchsetzung durch die frühen Sozialdemokraten, Liberalen und Linken? Diese Frage sollte man sich stellen, bevor man Statistiken und Forderungen zum Thema Gleichstellung im Kulturbetrieb heute bemüht. Vor nicht einmal 100 Jahren waren Frauen an den meisten, vor allem größeren deutschen Kunstakademien nicht zugelassen; seit der Gleichberechtigung und der Aufnahme von Frauen an den Akademien hat sich viel zugunsten der Künstlerinnen verändert. Theoretisch haben sie heute dieselben Chancen wie ihre männlichen Kollegen.

In der Praxis ist die soziale Lage von Künstlern und Künstlerinnen in den letzen Jahren schwieriger geworden. Sie arbeiten und leben überwiegend in prekären Verhältnissen und können mehrheitlich nicht von ihrer Arbeit leben. Gerade Frauen haben einen schweren Stand, sie verdienen mit ihrer Kunst weniger als Männer, sind seltener in führenden Positionen des Kulturbetriebs oder auf Professoren-Stühlen zu finden und häufiger von Altersarmut betroffen. Für viele Künstlerinnen kommt – zusätzlich zu den finanziellen Benachteiligungen – eine Mehrfachbelastung durch die Familie hinzu.
Um dies zu verändern, muss die Einkommens- und Arbeitssituation der Künstler insgesamt verbessert werden. Wir streiten als Linke schon lange für den Erhalt und die Reformierung der Künstlersozialkasse, für Honoraruntergrenzen in den einzelnen Sparten, für einen erleichterten Zugang zum Arbeitslosengeld I und eine Ausstellungsvergütung. Werden hier Fortschritte erkämpft, profitieren davon auch die Künstlerinnen.

Luc Jochimsen ist Sprecherin für Kulturpolitik der Fraktion DIE LINKE

 

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