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Verantwortung vor Profit

Von Steffen Bockhahn, erschienen in Clara, Ausgabe 25,

Unser Genossenschaftsprojekt will zuerst Wohnungen für Menschen anbieten und dabei trotzdem gut wirtschaften, argumentiert Steffen Bockhahn.

Mit dem Ausschluss der Genossenschaft FairWohnen aus dem Bieterverfahren wurde eine soziale und dennoch wirtschaftlich sinnvolle Initiative aus dem Rennen genommen. Im Wettbewerb bleiben Spekulanten, denen es nicht um bezahlbares Wohnen geht. Sie wollen Gewinne machen.

Das ist der große Unterschied: Unser Genossenschaftsprojekt will zuerst Wohnungen für Menschen anbieten und dabei trotzdem gut wirtschaften. Damit konnten wir auch überzeugen. Sogar drei große Landesbanken und eine Reihe großer ostdeutscher Sparkassen standen bereit, um die Finanzierung zu übernehmen. Auf ein Himmelfahrtskommando hätten sich diese Bankenprofis bestimmt nicht eingelassen.

Aber der Bundesregierung ging es von Beginn an nur um einen möglichst hohen Verkaufspreis. Die Wohnungen werden verkauft, die Mietverhältnisse gleich mit, die Menschen, die darin leben, spielen keine Rolle. Selbst eine Sozialcharta ist kein Mieterschutz.

Die Angst, nach dem Verkauf nicht mehr in den Wohnungen bleiben zu können, ist groß. Das erlebe ich auch in meiner Heimatstadt Rostock. Darum werden wir trotz Rauswurfs nicht aufgeben: Mit der Genossenschaft und vielen Partnern werden wir für die Rechte der Mieter kämpfen. Schließlich stellen wir Verantwortung vor Profit.

Steffen Bockhahn ist Mitglied der Fraktion DIE LINKE

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