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Starke Frauen machen Erfolg für alle möglich

erschienen in Querblick, Ausgabe 18,

Porträt von Alexandra Willer, Personalrätin am Uniklinikum in Essen.

 

Alexandra Willer gehört zu jenen Frauen, die in Essen und damit in Nordrhein-Westfalen Spuren hinterlassen. Nicht aufzugeben, gemeinsam mit anderen aktiv gegen soziale Ungleichheiten zu streiten, hat die 40-Jährige bekannt gemacht. Sie ist Vorsitzende Personalrätin des Uni-klinikums Essen und Gewerkschaftsmitglied bei ver.di.»Davon, zu Hause auf dem Sofa zu sitzen, wird die Welt bestimmt nicht besser.«

Seit 1993 arbeitet Alexandra Willer am Uniklinikum, drei Jahre später war sie im Personalrat aktiv. Willer wurde 2004 Personalratsvorsitzende und kann ihre Erfahrungen als Krankenpflegerin sowohl in der Intensivstation als auch in der Anästhesie nutzen. Die negativen Auswirkungen der Gesundheits- und Krankenhausreform bekam sie in ihrer neuen Funktion direkt zu spüren. »Die Probleme, die uns Anfang der 90er schlaflose Nächte bereiteten, sind heute kleine Probleme im Vergleich zu den aktuellen«, so Willer.

Zurzeit fokussiert sich ihre Arbeit vor allem auf die gravierenden vertraglichen Unterschiede der Angestellten. So ist etwa am Klinikum Personal der Leiharbeitsfirma PSG angestellt worden, das gegenüber den anderen Angestellten deutlich schlechter vergütet wird. »Zwei Klassen von Beschäftigten in einem Betrieb zu haben, das ist nicht normal!«,sagtdie engagierte Personalrätin. Fünf harte Jahre hatte sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen gekämpft, im November kam der Durchbruch. Die Beschäftigten wurden zu den tariflichen Bedingungen des öffentlichen Dienstes übernommen, die Leiharbeitsfirma aufgelöst. Dafür haben Willer und ihre KollegInnen intensiv Stimmung gemacht und hartnäckig protestiert, was ihnen auch Kritik und Anfeindungen von KollegInnen einbrachte. Ein zäher Kampf, den DIE LINKE in NRW und im Bundestag aktiv mit unterstützt hat. »Allein hätte ich das nie geschafft«,erklärt Willer, »aber wir sind ein harter Kern von Leuten, die sich gegenseitig motivieren und stützen.« Das gebe Kraft, vor allem für die weitere Arbeit, die so schnell nicht abnehmen wird. Denn solange keine grundlegenden Reformen im Gesundheitsbereich und der Krankenhauslandschaft umgesetzt würden, dürfte die nächste Schikane nicht allzu lange auf sich warten lassen.

In zwei Jahren wird der Vorsitz des Personalrates im Klinikum Essen neu gewählt. Alexandra Willer wird wieder antreten.