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Schweinereien im Fleisch

erschienen in Klar, Ausgabe 20,

Die industrielle Massentierhaltung birgt hohe Risiken für Mensch und Tier. Gesunde Alternativen gibt es schon heute für diejenigen, die auf Klasse statt Masse setzen.

Die Schweine der Lebensmittelkonzerne

Der Preis für billiges Fleisch ist hoch: Tiere vegetieren dicht gedrängt in Ställen auf ihrem eigenen Dung. Nicht selten werden bis zu 90 000 Schweine, 800 000 Legehennen oder 500 000 Masthähnchen in einer einzigen Tierfabrik gehalten. Der Futterbedarf ist enorm. Keine dieser Fabriken ist in der Lage, das notwendige Futter selbst zu produzieren. Das können nur riesige Futtermittelkonzerne, die global vernetzt sind. Verwendet wird dabei alles, was Gewinn verspricht. Wichtige Vorschriften werden umgangen.

Zurzeit kann niemand bei den Agrargiganten und Futterfabriken nachprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht, weil das System der Lebensmittelkontrolle nicht funktioniert. Deswegen landen Tierkadaver, Hormone und jüngst sogar Industriefette in der Lebensmittelkette.

Die Risiken der Massentierhaltung sind bekannt. Trotzdem geht die für die Verbraucher so gefährliche Tierquälerei weiter. Im Emsland wollen Investoren die Zahl der Masthühner von 32 Millionen auf 42 Millionen aufstocken, und in der Uckermark soll eine Anlage mit 68 000 Schweinen entstehen. Arbeitsplätze schaffen diese Fabriken kaum. Für 40 000 Hühner reicht beispielsweise eine Arbeitskraft.

Die Schweine vom Nachbarhof

Kühe, Schweine, Hühner gehören auf die Weide, nicht in Fabriken. DIE LINKE streitet dafür, dass Lebensmittel regional produziert und überschaubare Erzeugerkreisläufe gefördert werden. Das verkürzt die Wege vom Acker auf den Teller und sorgt für geschmackvolle und gesunde Lebensmittel.

Bislang stehen nur zehn Prozent der Nutztiere in artgerechten Ställen. Aber Vorbilder für gesunde Tierhaltung gibt es in Deutschland genügend: bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe und Fleisch- und Milcherzeugung mit Weidehaltung und heimischem Futter. Diese Bauern kümmern sich um alles selbst, von der Aufzucht bis zur Vermarktung. Ihre Produkte tragen Gütesiegel wie Naturland, DEMETER, NEULAND, Bioland. Sie werden nicht illegal umetikettiert und enthalten keine Abfallstoffe.

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