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Schüler im Visier

Von Christine Buchholz, erschienen in Klar, Ausgabe 21,

Die neue Werbeoffensive der Bundeswehr kommentiert die friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Christine Buchholz.

Die Bundeswehr hat ein Problem. Weil die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und der Soldatenberuf wegen der Auslandseinsätze unbeliebt ist, fehlt ihr der Nachwuchs – tausendfach.

Deswegen pumpt die Bundeswehr jetzt noch mehr Geld in Werbung, startete kürzlich eine riesige Marketingkampagne. Mehr als 5,6 Millionen Euro Steuergelder werden allein für Anzeigen in den Medien verwendet, weitere Millionen fließen in andere Kampagnen. Von »Zukunftschancen«, »Ausbildungsplätzen« und »Karriere« ist die Rede, allerdings nicht von Krieg, Verstümmelungen und Tod.

Intensiver denn je geht die Bundeswehr auch an Schulen. Wirbt dort für den Soldatenberuf, verschenkt Unterrichtsmaterialien und sponsert sogar Fußballturniere für Kinder. Die Bundeswehr versucht gezielt, die Sorge junger Menschen um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz auszunutzen. Die Werbekampagne der Bundeswehr ist schlicht irreführend und muss gestoppt werden: politisch im Deutschen Bundestag und vor Ort – dafür kämpft DIE LINKE. In zahlreichen Bundesländern engagieren sich schon Schülerinnen, Eltern und Lehrer gegen die Auftritte der Bundeswehr an Schulen oder auf Berufsbildungsmessen. Sie freuen sich über Unterstützung, denn Jugendliche dürfen keine Zielgruppe für eine Armee sein.

Christine Buchholz ist friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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