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Schattenbanken den Kampf ansagen

Von Axel Troost, erschienen in Clara, Ausgabe 43,

Die globale Finanzkrise seit dem Jahr 2007 hat die gravierenden Schwächen des globalen Finanzsystems offenbart und Kosten in Billionenhöhe verursacht. Während sich die Regierungen – und auch das viel zu zaghaft – als Reaktion auf eine stärkere Kontrolle der Banken konzentriert haben, wuchert im Schatten des formalen Bankensystems ein System von „Schattenbanken“.

Schattenbanken, weil es Finanzunternehmen sind, die ihre Finanzaktivitäten formal so ausüben, dass sie dafür gerade unterhalb der Pflicht einer Bankzulassung bleiben. Wer zum Beispiel nur für eine geschlossene Gesellschaft von ein paar Dutzend Superreichen aktiv ist, muss viele Vorschriften des Verbraucherschutzes, des Risikomanagements und des Meldewesens schlicht nicht beachten. Dadurch bewegen sich BlackRock und Co. trotz ihres immensen Anlagevolumens unterhalb des Radars vieler Kontrollbehörden. Es liegt im Wesen solcher Unternehmen, das Halbdunkel zu suchen. Es bleibt daher die Aufgabe des Gesetzgebers, die schattigen Ecken und Nischen, in denen sie sich verstecken, besser auszuleuchten und hart durchzugreifen. Aber: Wenn der Finanzkapitalismus von heute letztlich darauf hinausläuft, dass wenigen Superreichen die Welt gehört, dann kann die einzige nachhaltige Antwort auf diese undemokratische Machtkonzentration nur massive Umverteilung von oben nach unten sein. Die Fraktion DIE LINKE forderte das seit jeher, andere Fraktionen lassen BlackRock und Co. praktisch gewähren.

Axel Troost ist finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

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